Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien auf Sylt - Hörnum

Der südlichste Zipfel des Eilands mausert sich seit Jahren vom verschlafenen Nest zu dem, was die Touristikindustrie eine „Premium-Destination“ nennt. Einst ein Seeräuberunterschlupf, ist das Gold der Gegenwart hier eher aus Beton. Auf dem Gelände der alten Pidder-Lünen-Kaserne zieht das 5-Sterne-Hotel Budersand fleißig Gäste an, die sich hier früher nicht hätten blicken lassen. Mehr als 1000 Quadratmeter Spa-Bereich gehören ebenso dazu...

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Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien auf Sylt - Hörnum

Der südlichste Zipfel des Eilands mausert sich seit Jahren vom verschlafenen Nest zu dem, was die Touristikindustrie eine „Premium-Destination“ nennt. Einst ein Seeräuberunterschlupf, ist das Gold der Gegenwart hier eher aus Beton.

Auf dem Gelände der alten Pidder-Lünen-Kaserne zieht das 5-Sterne-Hotel Budersand fleißig Gäste an, die sich hier früher nicht hätten blicken lassen. Mehr als 1000 Quadratmeter Spa-Bereich gehören ebenso dazu wie eine handverlesene Bibliothek, ausgesucht von Elke Heidenreich. Und passend dazu gibt es den 18-Loch-Golfplatz und das Restaurant Strönholt. Alles vom Feinsten. Den Rest des Dorfes prägt immer noch der Charme alter Ruhrgebietssiedlungen mit ihren Zechenhäuschen.

Aber die Begehrlichkeiten der Immobilienentwickler steigen weiter. Ulrich Drewitz nennt Hörnum „ein Juwel, das man nur schleifen muss“. Was genau da wie und von wem geschliffen werden soll, weiß noch niemand. Tatsache aber ist: Makler aus ganz Deutschland fallen hier ein, um was vom Kuchen, den es noch zu verteilen gilt, abzukommen: ein Sahnegrundstück, auf dem jetzt noch ein altes Häuschen aus den 30er bis 50er Jahren sein bröckelndes Dasein fristet. Abreißen, neu bauen – das ist jetzt möglich.

Auch der verwaiste Hafen birgt Potenzial für Investoren. Zumal die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) ihn demnächst aufgibt und der Gemeinde ein Verkaufsangebot unterbreitet hat. Das beflügelt die Fantasie zahlreicher Spekulanten. Sie sehen schon einen idyllischen Hafen für Segler und Wassersportler – und prall gefüllte Geldsäckel. Denn damit dürften auch die Immobilienpreise hier unten weiter anziehen.

Bislang bezeichnen die örtlichen Makler Hörnum noch als einen Standort „mit Kraut-und-Rüben-Architektur“. Aber das wird sich sicher ändern, wenn auch eher langsam im Vergleich zum explodierenden List. „Hörnum fehlt noch das Pitorreske und Heimelige. Wer nach List kommt, wird gleich von schönen reetgedeckten Häusern empfangen,“ sagt der Immobilienmakler Heinz Wieda, der seit 26 Jahren auf List ansässig ist. Die Vermarktung von Hörnum verläuft deutlich schleppender als im hohen Norden der Insel.

Aber die wenigen reetgedeckten Einzelhäuser rund um den zweithöchsten Hügel der Insel am Lorenz-de-Hahn-Wai und Nielsglaat sind heiß begehrt. Der Panoramablick gleichzeitig auf Nordsee und Wattenmeer wird von Jahr zu Jahr kostspieliger. Für diese Häuser in der sogenannten „Kersig-Siedlung“ werden inzwischen rund 1,5 bis 2,5 Mio. Euro aufgerufen. Selbst ohne Meeresblick mit kleinem Grundstück kosten sie noch 1 Mio. Euro. Gefragt und gesucht sind derzeit auch Einzelhäuser und Haushälften sowie Appartmenthäuser im Gurtdeel. „Einzelhäuser gibt es hier ab 650.000 Euro, unrenoviert kosten sie immer noch rund 500.000 Euro“, weiß Jörn-Olaf Ridder von Grossmann & Berger.

capital.de, 17.10.2011