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Am Wasser gebaut - Die besten Wohnlagen in Leipzig
Eine junge wachsende Stadt – Leipzig steht in der Beliebtheitsskala ganz oben. Das liegt vor allem an den aufwendig sanierten Wohnungen im Zentrum. Nun will ein Bauprojekt auch brachliegende Viertel am Hafen hübsch machen. Krise? Welche Krise? Kennt der Leipziger Immobilienmarkt nicht....
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Bachviertel | k.A.* | 1200 bis 2600 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | ||
| Gohlis-Süd | 230 000 bis 650 000 | ![]() | 1300 bis 2700 | ![]() | 5,50 bis 7,50 | ![]() | |
| Markkleeberg | 250 000 bis 700 000 | ![]() | 1400 bis 2800 | ![]() | 4,50 bis 8,00 | ![]() | |
| Musikviertel | 300 000 bis 450 000 | ![]() | 1400 bis 2800 | ![]() | 6,00 bis 8,50 | ![]() | |
| Plagwitz | 180 000 bis 270 000 | ![]() | 1000 bis 2300 | ![]() | 4,00 bis 6,50 | ![]() | |
| Schleußig | 250 000 bis 700 000 | ![]() | 1200 bis 2500 | ![]() | 5,00 bis 7,50 | ![]() | |
| Südvorstadt | 200 000 bis 350 000 | ![]() | 1200 bis 2400 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Waldstraßenviertel | k.A.* | 1300 bis 2800 | ![]() | 6,00 bis 8,50 | ![]() | ||
| Zentrum/Innerer Ring | k.A.* | 1700 bis 2800 | ![]() | 6,00 bis 8,50 | ![]() | ||
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Eine junge wachsende Stadt – Leipzig steht in der Beliebtheitsskala ganz oben.
Das liegt vor allem an den aufwendig sanierten Wohnungen im Zentrum. Nun will
ein Bauprojekt auch brachliegende Viertel am Hafen hübsch machen.
Krise? Welche Krise? Kennt der Leipziger
Immobilienmarkt nicht. Zumindest nicht,
was die guten und sehr guten Lagen betrifft:
Hier stiegen die Preise im vorigen
Jahr trotz Finanzkrise moderat bis deutlich.
Klingt erstaunlich, ist aber so. Und
wird verständlich, wenn man sich näher
mit der Lage der Grundstücke befasst: Die
Häuser stammen überwiegend aus der
Gründerzeit und liegen fast ausschließlich
im Zentrum oder Südwesten der Stadt
– grenzen aber gleichzeitig an riesige
Landschaftsparks. Kein Wunder, dass
ihr Angebot knapp wird. Vor allem Eigentumswohnungen
haben sich verteuert,
auch weil Sonderabschreibungen für
sanierte,
denkmalgeschützte Häuser die
Investoren anlocken.
Die sind auf dem Erstmarkt nicht
mehr so allein wie noch Jahre zuvor.
„Immer mehr Leipziger kaufen Wohnungen
zur Eigennutzung“, berichtet Makler Andreas Köngeter. Vor allem junge Familien
zieht es in die hochwertigen Wohnungen
in Innenstadtnähe. Und während
früher Preise von 2400 Euro pro
Quadratmeter hier das Maximum waren,
sind sie heute normaler Durchschnitt.
Eine Entwicklung, die mit Abstrichen
auch auf die Mieten abfärbt: In Spitzenlagen
beträgt das Maximum acht bis 8,50
Euro, in seltenen Fällen sogar neun Euro
pro Quadratmeter.
In Sachen Wohnqualität sind die Leipziger
aber schon lange verwöhnt – den
lukrativen Sonderabschreibungen sei
Dank. Designerbäder mit Whirlpool, ein
Kamin und Kameraüberwachung gehören
in guten Lagen zum Standard. Auch
eine Sauna im Keller ist nichts Außergewöhnliches.
Wovon inzwischen sogar Objekte an
Hauptverkehrsstraßen profitieren. Denn
während Bauträger noch vor Kurzem
ausschließlich Wohnungen in ruhigen
Seitenstraßen sanierten, richten sie heute
selbst Objekte her, die an der Käthe-
Kollwitz-Straße oder der Friedrich-Ebert-
Straße liegen. Aufgrund der ungebrochen
hohen Nachfrage lohnen sich jetzt auch
diese Vorhaben.
Die Wohnungen werden verkauft
oder vermietet. Was allerdings nicht für
Objekte gilt, die länger als zehn Jahre
nicht saniert wurden. Da sie nicht mit
dem hohen Standard der umliegenden
Gebäude mithalten können, sind sie eher
für Eigennutzer interessant.
Wer statt einer Wohnung ein Haus
sucht, tut sich in Leipzig schwer: Klassische
Eigenheimviertel hat die Stadt kaum.
Einzige Ausnahmen sind Schleußig und
Gohlis-Süd, doch auch dort ist der Umsatz
gering. „Wer nicht verkaufen muss,
der verkauft in unsicheren Zeiten nicht“,
beschreibt Stefan Naether die Lage.
Wegen des akuten Platzmangels sind
Stadthäuser ein Verkaufsschlager. In beliebten
Wohngebieten wie dem Musikviertel, Gohlis-Süd, Plagwitz, der Südvorstadt
und Connewitz füllen sie noch einzelne
Baulücken. Aber auch ihre Preise
ziehen an. Für 200.000 Euro sind Objekte
kaum noch zu haben.
Bis 2008 waren auch nördliche Eigenheimlagen
wie Wiederitzsch sehr beliebt.
Der nächtliche Fluglärm des Paketdienstleisters
DHL am nahen Airport legte den
Immobilienmarkt in diesem Viertel aber
so gut wie still. „Was wohl eine Überreaktion
war“, erklärt Makler Jürgen
Poschmann.
Da sich der Fluglärm in Grenzen hält
und die Standorte über eine sehr gute
Infrastruktur
verfügen, keimt die Nachfrage
langsam wieder auf.
Auch 20 Jahre nach der Wende sind
Immobilienkäufer in Leipzig nicht bereit,
jede Summe zu zahlen. So bleiben die
Preise gedeckelt. Nur wenige Einwohner
können mehr als 600.000 Euro aufwenden.
Zuzügler verkaufen zwar ihre Eigenheime
im Westen, suchen in der neuen
Heimat aber lieber zentrale und hochwertig
sanierte Eigentumswohnungen.
Leipzig ist beliebt wie nie: eine junge
Stadt, die ständig wächst – mit den niedrigsten
Lebenshaltungskosten im Land.
Doch es gibt auch Entwicklungen,
die den Markt möglicherweise negativ
beeinflussen.
So plant etwa die kommunale Wohnungsbaugesellschaft
LWB, 4500 ihrer
Wohnungen in guten und sehr guten
Lagen
zu verkaufen – wenn das Angebot
an Wohnungen die Nachfrage übersteigt,
fallen die Preise. In den einfachen und
mittleren Lagen stagniert der Markt bereits,
teilweise verfallen die Preise. Eigentumswohnungen
in diesem Segment
werden von Maklern kaum noch angenommen.
Das westlich gelegene Lindenau
gehört zum Beispiel in diese Kategorie.
Brachliegende Industrieflächen,
vermüllte Grundstücke und Löcher im
Asphalt prägen bislang das Bild dieses
Viertels.
Das könnte sich aber bald ändern: Der
Durchbruch des Karl-Heine-Kanals zum
Lindenauer Hafen – dort sieht es derzeit
besonders trostlos aus – ist beschlossene
Sache. Der erste Spatenstich ist für November
2010 geplant, das Bauvorhaben
steht unter dem Motto „Wasserstadt
Leipzig“. Vom Lindenauer Hafen, der
nach dem Durchbruch ein Sportboothafen
wird, soll man dann über verzweigte
Wasserstraßen bis zur Neuseenlandschaft
im Süden der Stadt gelangen. Ein Projekt,
das den Industrieschmutzfleck am Hafen mittelfristig zu einem beliebten
Anlaufpunkt machen könnte. Nicht nur
Lindenau, auch das weiter südlich gelegene
In-Viertel Plagwitz könnte vom
neuen Konzept profitieren.
Leipzig bietet in guten und sehr guten
Lagen
echte Wohnqualität. Die Preise dafür
werden weiter steigen: für Häuser
und Eigentumswohnungen um vier bis
sechs, bei Mieten um zwei bis fünf Prozent.
Der konstante Zuzug vor allem junger
Menschen und ein stabiler Leerstand
von etwa zehn Prozent reduzieren die
Risiken.
Und auf lange Sicht bleiben auch
Investments in Toplagen eine aussichtsreiche
Sache.





