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Schrill, hip, schnell - Die besten Wohnlagen in Berlin
Der Berliner Immobilienmarkt ist ein Spiegel der Stadt: bunt und immer in Bewegung. Noch ist das Preisniveau verglichen mit anderen europäischen Metropolen erstaunlich niedrig. In Trendbezirken wie Kreuzberg aber ziehen Mieten und Kaufpreise kräftig an. Berlin, am Kollwitzplatz, im...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Charlottenburg | k.A.* | 1.600 bis 5.000 | ![]() | 7,00 bis 16,00 | ![]() | ||
| Dahlem | 500.000 bis 2.100.000 | ![]() | 2.000 bis 5.000 | ![]() | 7,50 bis 17,00 | ![]() | |
| Friedenau | 280.000 bis 380.000 | ![]() | 1.300 bis 2.600 | ![]() | 7,00 bis 11,00 | ![]() | |
| Friedrichshain | k.A.* | 1.800 bis 2.500 | ![]() | 6,00 bis 10,00 | ![]() | ||
| Frohnau | 200.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.200 bis 2.200 | ![]() | 6,50 bis 9,00 | ![]() | |
| Grünau/Wendenschloss | 250.000 bis 380.000 | ![]() | 1.500 bis 2.200 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Hermsdorf | 250.000 bis 420.000 | ![]() | 1.200 bis 2.000 | ![]() | 6,00 bis 8,50 | ![]() | |
| Kreuzberg | k.A.* | 1.500 bis 3.200 | ![]() | 6,50 bis 11,00 | ![]() | ||
| Lichtenrade | 230.000 bis 350.000 | ![]() | 1.600 bis 2.400 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Lichterfelde | 280.000 bis 500.000 | ![]() | 1.500 bis 3.000 | ![]() | 6,50 bis 10,00 | ![]() | |
| Mitte | k.A.* | 2.500 bis 7.000 | ![]() | 8,00 bis 25,00 | ![]() | ||
| Nikolassee/Schlachtensee | 400.000 bis 1.200.000 | ![]() | 1.600 bis 3.100 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Pankow | 200.000 bis 700.000 | ![]() | 1.400 bis 2.500 | ![]() | 6,50 bis 10,00 | ![]() | |
| Prenzlauer Berg | k.A.* | 2.200 bis 4.200 | ![]() | 7,00 bis 15,00 | ![]() | ||
| Schöneberg | 280.000 bis 500.000 | ![]() | 1.500 bis 3.200 | ![]() | 7,00 bis 13,00 | ![]() | |
| Stralau | k.A.* | 1.500 bis 2.700 | ![]() | 5,50 bis 8,00 | ![]() | ||
| Tempelhof | 270.000 bis 350.000 | ![]() | 1.200 bis 2.300 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Tiergarten | k.A.* | 2.500 bis 6.000 | ![]() | 8,00 bis 16,00 | ![]() | ||
| Wannsee | 300.000 bis 1.500.000 | ![]() | 2.000 bis 4.300 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Weißensee | 250.000 bis 380.000 | ![]() | 1.600 bis 2.500 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Wilmersdorf | k.A.* | 1.600 bis 3.600 | ![]() | 7,00 bis 16,50 | ![]() | ||
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Der Berliner Immobilienmarkt ist ein Spiegel der Stadt: bunt und immer in Bewegung. Noch ist das Preisniveau verglichen mit anderen europäischen Metropolen erstaunlich niedrig. In Trendbezirken wie Kreuzberg aber ziehen Mieten und Kaufpreise kräftig an.
Berlin, am Kollwitzplatz, im Stadtteil
Prenzlauer Berg. Wir sind auf der Jagd
nach einer Dreizimmerwohnung. 100 Quadratmeter sollten es schon sein. Und klar: renovierter Altbau, hohe Decken,
Dielenboden, vielleicht noch ein hübscher Südbalkon?
Der Blick in den aktuellen Mietspiegel
steigert die Vorfreude: 5,50 Euro Kaltmiete
soll der Quadratmeter im Monat
angeblich kosten. Vor vier Jahren lag die
offizielle Mietpreisobergrenze noch bei
6,14 Euro. Ganze elf Prozent weniger – da
ist doch bestimmt ein Schnäppchen zu
machen. Doch von unserem Makler
kommt nur ein müdes Lächeln. Zwischen
acht und zwölf Euro – je nach Lage also
20 bis 30 Prozent mehr – müsse man schon hinblättern.
Wunsch und Wirklichkeit – sie klaffen
im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg
weit auseinander. Der Altbauklassiker ist
selten geworden, die unvermindert starke
Nachfrage treibt die Preise in immer
weitere Höhen. Interne Maklerstatistiken
zeigen Sprünge von 40 Prozent binnen wenigen Jahren.
„Die Angaben im Mietspiegel sind
politisch gewollt, mit der Realität haben
sie nichts zu tun“, sagt Jürgen Michael
Schick, Makler und Vizepräsident des
Immobilienverbands IVD. Im rot-roten
Senat der Hauptstadt haben Mietervertreter
ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.
Sie sehen im Mietspiegel die
letzte Möglichkeit, Altmieter vor der Vertreibung
durch Mieterhöhungen nach
der Modernisierung zu schützen.
Genützt hat das kaum. Der Anteil an
Neuvermietungen in Prenzlauer Berg ist
riesig. Alteingesessene stellen nur noch
ein Drittel der Bewohner. „Das Viertel
wurde einmal leer geräumt, dann saniert
und wieder neu bezogen“, sagt Maklerin
Tanja Zieske von Licon Wohnbau.
Zugegeben, das Preisniveau rund um
Kollwitz- und Helmholtzplatz ist verglichen
mit Toplagen anderer Metropolen
immer noch vergleichsweise niedrig. Und
so schnell wie im Stadtteil Prenzlauer
Berg steigen die Mietpreise längst nicht
in ganz Berlin. Dafür ist die Metropole zu
facettenreich, zu unterschiedlich, letztlich
schlicht zu groß: Eine S-Bahn-Fahrt
von Nord nach Süd dauert so lang wie
eine Tour mit dem Auto von Düsseldorf nach Dortmund.
An den Rändern dieser gewaltigen
Stadt mit ihren 3,4 Millionen Einwohnern
ist die Preisdynamik geringer als im
Zentrum, das sich wie eine Banane von
Charlottenburg über Wilmersdorf, Mitte
und Prenzlauer Berg bis nach Kreuzberg
krümmt. Trotzdem: Im Durchschnitt bewegen
sich die tatsächlichen Mieten immer noch
21 Prozent über den Mietspiegel-Angaben,
zeigt eine Studie des Immobilienkonzerns
GSW. Selbst im sehr teuren
Charlottenburg verzeichnet die Immobilienberatung
Ziegert in gefragten Lagen noch einen Anstieg um 15 Prozent.
Für Kapitalanleger stehen die Chancen
deshalb gut. „Als Wohnungskäufer
kann man in Berlin nichts falsch machen
– vorausgesetzt die Lage stimmt“, sagt
Makler Schick. Wer seine Eigentumswohnung
nicht selbst nutzt, erzielt meist
genug Mieteinnahmen, um den Bankkredit
bedienen zu können – erst recht bei
den immer noch sehr günstigen Zinsen
für Hypothekendarlehen. Die Gefahr,
dass plötzlich die Wohnung leer steht, ist
gering. „In Charlottenburg liegt die Leerstandsquote
bei zwei Prozent, in Wilmersdorf
noch darunter – fünf Prozent
gelten als normal“, sagt Bezirksstadtrat
Joachim Krüger (CDU). „Hier brauchen
Familien viel Glück, um eine Wohnung zu finden.“
Von Wohnungsmangel spricht in Berlin
zwar niemand. Dennoch wird es immer
schwieriger, in guten Gegenden eine
Immobilie zu finden. Der Neubau ist – wie
fast überall in der Republik – wegen
gestrichener staatlicher Subventionen
deutlich zurückgegangen. Zugleich steigt
die Zahl der Singlehaushalte und damit
der Hunger nach Wohnfläche.
Bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen
prognostiziert IVD-Verbandsvize
Schick in den kommendenzwölf Monaten einen durchschnittlichen Preistrend von stabil bis leicht steigend. Ausreißer nach oben sehen Makler
derzeit vor allem im Stadtteil Kreuzberg.
„Kreuzkölln“, das Grenzgebiet zum Bezirk
Neukölln am Kottbusser Damm, ist
„schwer im Kommen“, sagt Maklerin
Anne Riney von Engel & Völkers. Eine
Eigentumswohnung im sanierten Altbau
kostet zwischen 2200 und 3000 Euro je
Quadratmeter. Riney: „Das war vor vier
Jahren undenkbar.“
Mit dem Niveau der Berliner Toplagen
kann Kreuzkölln dennoch nicht mithalten.
Dahlem, Zehlendorf und Grunewald
ziehen ohnehin eine ganz andere Klientel
an: gut situiert bis sehr vermögend,
gern etwas älter. Wer Geld hat, es aber
großstädtischer mag, sollte sich in Charlottenburg,
Wilmersdorf, Schöneberg
oder Mitte umsehen. Für das Häuschen
im Grünen bleiben die gutbürgerlichen
Viertel von Lichterfelde, Frohnau und
Hermsdorf eine geeignete Adresse. Im
Osten sind das der Bezirk Pankow oder der Stadtteil Kaulsdorf.
Einen citynahen Standort mit Entwicklungspotenzial
sehen Makler in dem Viertel rund um das Schlesische Tor, die
Oberbaumbrücke und die Köpenicker
Straße, wenngleich davon heute nur
marginale Ansätze zu erahnen sind. Doch
Immobilienmärkte folgen eigenen Trends.
„Wo sich erst einmal ein kleiner Flecken
etablieren kann, strahlt dieser rasch auf
die Nachbarbereiche aus. Je besser der
Start, desto rascher die Entwicklung“, sagt Peter Starke, Niederlassungsleiter von Aengevelt Immobilien.
Der Zuzug aus ganz Deutschland und der Wegzug in den Speckgürtel der Hauptstadt halten sich annähernd die Waage. Im Durchschnitt sind die Mieten und Immobilienpreise stabil bis leicht steigend, aber immer noch auf einem vergleichsweise sehr moderaten Niveau.
Doch es gibt große Unterschiede von Stadtteil zu Stadtteil. Während Spandau weiter verliert, bleiben Charlottenburg, Wilmersdorf, Mitte und Prenzlauer Berg sehr begehrt bei Wohnungssuchenden. Die östlichen Stadtteile Friedrichshain
und Pankow werden weiter zulegen. In Bewegung ist auch der Kreuzberger Immobilienmarkt. Die guten Lagen ziehen
die benachbarten Kieze langsam hoch.





