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Jetzt erst recht - Die besten Wohnlagen in Augsburg
Augsburgs Einwohnerzahl schrumpft seit Jahren – bislang ohne Folgen für den Immobilienmarkt, der sich robust zeigt. Vor allem Kapitalanleger investieren in die Neubauvorhaben. Augsburg muss sparen. Im laufenden Haushalt ganze 80 Millionen Euro, was bei der derzeitigen katastrophalen...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Antonsviertel | 320.000 bis 400.000 | ![]() | 1.500 bis 2.700 | ![]() | 5,50 bis 8,00 | ![]() | |
| Domviertel | k.A.* | 1.000 bis 3.700 | ![]() | 5,00 bis 8,50 | ![]() | ||
| Göggingen | 300.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.000 bis 3.500 | ![]() | 5,00 bis 8,50 | ![]() | |
| Proviantbachquartier | k.A.* | 1.000 bis 3.100 | ![]() | 6,00 bis 8,00 | ![]() | ||
| Spickel | 260.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.000 bis 2.700 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Textilviertel | k.A.* | 1.000 bis 2.700 | ![]() | 6,00 bis 8,00 | ![]() | ||
| Thelottviertel | 320.000 bis 650.000 | ![]() | 1.600 bis 2.600 | ![]() | 5,50 bis 7,50 | ![]() | |
| Ulrichsviertel | k.A.* | 1.300 bis 3.900 | ![]() | 5,00 bis 8,00 | ![]() | ||
| Wolframviertel | 250.000 bis 700.000 | ![]() | 1.300 bis 2.600 | ![]() | 6,00 bis 8,00 | ![]() | |
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Augsburgs Einwohnerzahl schrumpft seit Jahren – bislang ohne Folgen für den Immobilienmarkt, der sich robust zeigt. Vor allem Kapitalanleger investieren in die Neubauvorhaben.
Augsburg muss sparen. Im laufenden
Haushalt ganze 80 Millionen Euro, was bei
der derzeitigen katastrophalen Finanzlage
der meisten Kommunen in Deutschland
nichts Ungewöhnliches ist. Was aber ungewöhnlich
und damit erwähnenswert
ist: Die Stadt investiert trotzdem weiter.
In den Wirtschaftsstandort und damit
auch in den Immobilienmarkt.
Beispiel Forschungsstandort: Direkt
neben dem Universitätsgelände wird auf
70 Hektar ein Innovationspark gebaut.
Auf bis zu 500 Millionen Euro Investitionen
aus der Privatwirtschaft hofft die
Stadt bis 2014. Den laufenden Bau des
ersten Gebäudes zahlt sie erst mal noch
allein. Rund 4,3 Millionen Euro.
Beispiel Flughafen: Auf dem Höhepunkt
des Erfolgs wurde Augsburg Airways
von Lufthansa geschluckt und nach
München abgezogen. Von Augsburg starten
seit Jahren nur noch Geschäftsflieger.
Trotzdem baute die Stadt 92.000 Quadratmeter
mit direktem Anschluss an die Landebahn
als Gewerbegebiet aus – in der
Hoffnung auf die Ansiedlung luftfahrtaffiner
Unternehmen.
Schafft es Augsburg, schafft es die ganze
Region. Und wenn man Augsburgs
Wirtschaftsreferenten Andreas Bubmann
so zuhört, dann der Rest der Republik
gleich mit: „Gelingt uns der Sprung in die
international begehrte Zukunftstechnologie
der karbonfaserverstärkten Kunststoffe,
sichert das der gesamten deutschen
Wirtschaft einen Wettbewerbsvorsprung.“
Große Pläne, dabei sieht es gar nicht
so rosig aus in Augsburg. Bubmanns
Hoffnung hat aktuell einen erheblichen
Dämpfer erhalten. Zwei Global Player,
BMW und SGL, kündigten ein neues
Werk für Kohlenstofffasertechnologie an.
In den USA. Zudem sind viele Arbeitsplätze
in der Stadt unsicher, und die Einwohnerzahl
sinkt kontinuierlich, seit 2003
um mehr als 13.000 auf jetzt 263.000.
Aber hier pflegt Augsburg das Trotzdem:
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien
geht kein bisschen zurück. Leerstand
in großem Stil ist kein Thema, und das
obwohl das Angebot noch wächst, seit
dem Abzug der Amerikaner im Jahr 1998
sogar sprunghaft. Rund 1000 Wohneinheiten
entstehen derzeit auf dem Gelände
der ehemaligen US-Kaserne Sheridan,
1200 auf dem der Reese-Kaserne. Zusätzlich
werden Wohnungen auf die grüne
Wiese gebaut, etwa auf über 74 Hektar
in Göggingen. Für alles finden sich nach
wie vor Abnehmer.
„Ich weiß auch nicht, wo die alle herkommen“
ist ein Satz, den man bei Maklern
öfter hört. Das Preisniveau ist nicht
hoch, dafür aber weitgehend stabil. Laut
Immobilienverband IVD sind Einfamilienhäuser
– neben Würzburg – mit einem
Durchschnittspreis von 270.000 Euro äußerst
günstig zu haben. Nach einem Einbruch
um die Jahrtausendwende steigen
die Preise für Eigentumswohnungen und
Einfamilienhäuser in guten und mittleren
Lagen mit leichten Schwankungen
langsam, aber stetig wieder an.
Nur in einem Segment gaben sie
deutlich nach: Einfamilienhäuser in Premiumlagen.
„Im Topsegment gibt es eine
geringere Nachfrage für Gebrauchtimmobilien“,
sagt Wolfgang Höpker von
Engel & Völkers. Wer Geld hat, baut lieber
nach seinen eigenen Vorstellungen neu.
„Die riesigen Neubauflächen, die Augsburg
ausweist, befriedigen die Nachfrage
nach exklusiven Immobilien jedoch
nicht“, so Höpker.
Mit dem nahen München hat die
stabile Nachfrage am Immobilienmarkt wenig zu tun. Laut Pendlerstatistik wohnt
nur jeder fünfte Pendler in Augsburg und
arbeitet in München; der Rest fährt in die
umliegenden Landkreise zur Arbeit. Das
könnte sich bald ändern: „Sobald die A 8
dreispurig ausgebaut ist, könnte die Zahl
der München-Fahrer allerdings steigen“,
sagt Sebastian Klaußner von Planethome.
„Dann sind sie in 40 Minuten von Augsburg
am Stachus in München.“
Vor allem Kapitalanleger sind in der
Fuggerstadt unterwegs, sagt Karin Gleixner
von der Augusta-Bank: „In den letzten
15 Jahren hatte ich noch nie so viele
Anfragen von Kapitalanlegern wie 2009.“
Sie schätzt den Anteil der Anleger bei
ihren Kaufvermittlungen im letzten Jahr
sogar auf 50 Prozent. Kapitalanleger aus
dem Bundesgebiet sind für Neubauvorhaben leichter zu begeistern als Einheimische.
„Immer wieder mussten erst
Bauträger oder Vertrieb wechseln, um bei
den Augsburgern selbst zu punkten“, beobachtete
Makler Jakob Zimmermann.
Augsburg lebt vom Prinzip Hoffnung, in der Wirtschaft wie auf dem Immobilienmarkt. Wer investieren will, dem bietet die Vielzahl von Neubau- und Sanierungsprojekten gute Chancen. Käufer sollten aber genau hinsehen, wo sie einsteigen: Die Preisprognosen reichen für die nächsten Monate je nach Lage von minus fünf bis plus drei Prozent.




