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Wo wir sind, ist oben - Die besten Wohnlagen in Hamburg
Die Elbmetropole ist jung und weltoffen – das macht sie teuer. Der Wohnraum ist knapp, die Mieten steigen. Doch die Hansestadt wächst munter weiter. Weil sie es kann: An Elbe und Alster entstehen überall neue Wohnquartiere. Hamburger sind stolz auf ihre Stadt. Aber protzen ist ihre...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Alster: Harvestehude/Rotherbaum | 650.000 bis 12.000.000 | ![]() | 3.500 bis 13.000 | ![]() | 10,00 bis 22,00 | ![]() | |
| Alstertal/Walddörfer | 200.000 bis 2.000.000 | ![]() | 1.500 bis 4.500 | ![]() | 9,00 bis 14,00 | ![]() | |
| Altona | 550.000 bis 875.000 | ![]() | 2.200 bis 4.000 | ![]() | 9,00 bis 14,00 | ![]() | |
| Barmbek-Süd | k.A.* | 2.000 bis 4.000 | ![]() | 9,00 bis 12,00 | ![]() | ||
| Blankenese | 450.000 bis 7.000.000 | ![]() | 2.000 bis 8.000 | ![]() | 9,00 bis 25,00 | ![]() | |
| Bramfeld | 200.000 bis 400.000 | 1.800 bis 2.600 | 7,00 bis 11,00 | ||||
| Elbvororte | 450.000 bis 7.000.000 | ![]() | 2.000 bis 8.000 | ![]() | 9,00 bis 25,00 | ![]() | |
| Hafencity | k.A.* | 3.500 bis 12.000 | ![]() | 14,00 bis 24,00 | ![]() | ||
| Harburg | 195.000 bis 400.000 | ![]() | 1.500 bis 2.000 | ![]() | 8,00 bis 9,50 | ![]() | |
| Lokstedt | 280.000 bis 1.100.000 | ![]() | 2.500 bis 4.500 | ![]() | 9,00 bis 14,00 | ![]() | |
| Ottensen | k.A.* | 2.700 bis 4.500 | ![]() | 9,00 bis 15,00 | ![]() | ||
| Schanzenviertel | k.A.* | 2.000 bis 4.000 | ![]() | 7,00 bis 15,00 | ![]() | ||
| St. Georg | k.A.* | 2.500 bis 5.500 | ![]() | 10,00 bis 18,00 | ![]() | ||
| St. Pauli | k.A.* | 2.500 bis 6.000 | ![]() | 9,00 bis 22,00 | ![]() | ||
| Volksdorf | 400.000 bis 1.800.000 | ![]() | 1.500 bis 3.800 | ![]() | 8,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Wellingsbüttel | 400.000 bis 3.500.000 | ![]() | 1.800 bis 4.200 | ![]() | 8,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Die Elbmetropole ist jung und weltoffen – das macht sie teuer. Der Wohnraum ist knapp, die Mieten steigen. Doch die Hansestadt wächst munter weiter. Weil sie es kann: An Elbe und Alster entstehen überall neue Wohnquartiere.
Hamburger sind stolz auf ihre Stadt. Aber
protzen ist ihre Sache nicht. Hanseaten
sind von Natur aus zurückhaltend, und
Immobilienmakler sind von Berufs wegen
eher verschwiegen. Die Kombination
aus beidem: der hanseatische Makler,
zurückhaltend und äußerst verschwiegen.
Man redet nicht über Geschäfte.
Eigentlich. Doch das vergangene Jahr ist für
viele von ihnen so gut gelaufen, dass sie
großzügig eine Ausnahme machen. „Für
uns war es ein Topjahr“, sagt etwa Frank
Stolz, bei Grossmann & Berger für Neubauprojekte
zuständig. „Viele Privatanleger
haben Immobilien gekauft, und zwar
quer durch alle Stadtteile.“
Der Mangel an alternativen Anlageformen
hat Immobilien in der feinen
Hansestadt zu „Betongold“ gemacht – einem echten Absatzschlager. Beim Konkurrenten
Dahler & Company hat man im
ersten Halbjahr 2009 am meisten umgesetzt:
Objekte zwischen 400.000 und einer
Million Euro waren am stärksten gefragt.
„Aber das zweite Halbjahr ist dann eingebrochen“,
sagt Marc Schymura vom Dahler-&-
Company-Standort an der Außenalster.
„Da hat sich die Unsicherheit über
die wirtschaftliche Zukunft bei den Kunden
deutlich bemerkbar gemacht.“
Auch an der Kaufmannsstadt sind
Auftragseinbrüche, sinkende Investitionen
und steigende Arbeitslosenzahlen
nicht spurlos vorübergegangen. Allerdings
leidet man in Hamburg auf hohem
Niveau: Bis 2015 soll die Wirtschaftsleistung
um weitere 14 Prozent steigen, prognostiziert
die Ratingagentur Feri. Außerdem
punktet Hamburg sogar in Krisenzeiten
mit dem bundesweit höchsten
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Laut
Ländervergleich 2010 der Bertelsmann
Stiftung liegt es 20.000 Euro über dem
bundesdeutschen Mittelwert. Außerdem
haben die Hanseaten die deutschlandweit
höchste Beschäftigungsquote.
Seit Jahren tänzelt Hamburg an der
Spitze von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum.
In den vergangenen
20 Jahren wuchs die Zahl der Bewohner
um fast sieben Prozent – auf jetzt 1,77
Millionen Menschen. „Die Lebensqualität
ist so gut, dass die Stadt für Familien
immer interessanter wird“, sagt Andrea
Dieckmann vom Maklerhaus Gustafsen
& Co. „Und die Generation 50 plus zieht
aus den Vororten zurück, weil die Stadt
mehr Abwechslung bietet.“
Ob jung oder alt – Wohnraum brauchen
alle. Aber der ist hier rar und teuer.
In Toplagen werden zwischen 15
und 25 Euro je Quadratmeter verlangt –
und das längst nicht nur in der Hafencity
oder direkt an der Alster. Auch in St. Pauli
liegen die Spitzenmieten schon bei
22 Euro je Quadratmeter. Wer in Hamburg nach bezahlbarem
Wohnraum sucht, muss eine Menge Geduld
mitbringen. Allein in diesem Jahr
wollen die Wohnungsbaugenossenschaften
die Rekordsumme von 406 Millionen
Euro in Neubau und Instandsetzung ihrer
Bestände investieren. Doch auch das
wird nicht reichen. „In Hamburg wird
der Bedarf an hochwertigem und preiswertem
Wohnraum immer größer“, klagt
Ulrich Stallmann vom Arbeitskreis Wohnungsbaugenossenschaften.
Auch auf dem freien Markt ist Wohnraum
knapp. Nur 1,3 Prozent aller Geschosswohnungen
standen 2008 leer.
„Das ist ja so gut wie gar kein Leerstand“,
sagt Jennifer Heyer, bei Meissler & Co für
das Vermietungsgeschäft zuständig. „Wir haben den Druck auf dem Markt auch
gespürt. Noch nie hatten wir so viele Abschlüsse
im Vermietungsgeschäft.“
Viele Neuankömmlinge und damit
potenzielle Käufer hätten sich entschlossen,
erst einmal zu mieten statt zu kaufen.
„Die Kunden sind da zurzeit etwas vorsichtiger
bei der Einschätzung ihrer persönlichen
Situation“, so Heyer. Ein Phänomen,
das auch andere beobachten.
„Selbst Star-Fußballer vom HSV wollen
derzeit lieber eine Villa mieten als kaufen“,
sagt Andrea Dieckmann. Das gab
es noch nie.
Weil immer mehr Hausbesitzer einen
Verkauf verschieben, gibt es erstmals
einen Markt für Mietshäuser. „Wer 2009
nicht verkaufen musste, hat auch nicht
verkauft und lieber vermietet“, sagt Stefan
Berner vom Maklerunternehmen
Gladigau. „Wer Geld übrig hatte, steckte
es gleich wieder in Immobilien.“
Viele Makler hätten mehr verkaufen
können – wenn es genügend Objekte
gegeben hätte. Nachgefragt wurden vor
allem Wohnungen zwischen 60 und
120 Quadratmetern. „Solche Objekte
sind zurzeit nicht mal mehr vier Wochen
am Markt“, so Berner. Das ohnehin knappe
Gut „Eigentum“ macht dadurch weitere
Preissprünge: Eigenheime kosten in
besten Lagen bis zu 1,2 Millionen Euro.
Die Einstiegspreise für Wohnungen liegen
in Altona, Eimsbüttel, Ottensen oder
auch in zweiter Reihe der Alster schon bei
3500 Euro je Quadratmeter. Toplagen gibt
es nicht mehr unter 4500 Euro.
So mancher Immobilienbesitzer hat
in den vergangenen Jahren schon ordentlich
Reibach gemacht: In Harvestehude
waren Eigenkapitalrenditen von
fast 17 Prozent möglich, in Eppendorf
von mehr als 18 Prozent, und in der
Hafencity haben Spekulanten mehr als 46 Prozent gesehen.
Die Botschaft ist damit klar: Hamburg
ist und bleibt ein sündhaft teures Pflaster. Angesichts horrender Mietpreise wird
auch wieder mehr gebaut. Die Hamburger
Sparkasse (Haspa) hat allein 2009
Neukredite in Höhe von 2,9 Milliarden
Euro an Privatleute vergeben – noch vier
Prozent mehr als 2008. „Das zeichnet diese
Stadt aus: Man schaut, wo es Flächen
gibt, und entwickelt daraus neue Quartiere,
die auch dringend gebraucht werden“,
sagt Wilfried Jastrembski, Bereichsleiter
Immobilienkunden bei der Haspa.
So entsteht im Herzen Altonas ein
neuer Stadtteil mit 1900 Wohnungen.
Das Projekt „Alstercampus“ soll auf 12.000
Quadratmetern die Lücke zwischen den
Hotels Atlantic und Le Royal Méridien
mit einem innerstädtischen Wohnviertel
schließen. Und in Barmbek-Nord wird das „Quartier 21“ entwickelt. Von den 120.000 Quadratmetern sind 70 Prozent für Wohnraum vorgesehen.
In Hamburg wird gebaut wie verrückt.
Dennoch können die Kauf- und Mietangebote
dem Andrang der Interessenten
nicht standhalten. Denn die Hansestadt
bekommt jedes Jahr mehr Einwohner.
Für Immobilieninvestoren heißt das: weiterhin anziehende Preise und ordentliche
Renditechancen. Aber Spekulanten,
die mit extremen Margen rechnen, haben
erst einmal Pause. Die Höchstpreise
sind in vielen Stadtteilen erreicht, der
Markt wächst jetzt eher moderat.





