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Abschied vom Luxus - Die besten Wohnlagen in München
Die bayerische Landeshauptstadt steht im Ruf, die teuerste Stadt Deutschlands zu sein, mit ständig steigenden Mieten und Immobilienpreisen. Ein Blick auf die Zahlen belegt: Das stimmt nicht immer. Wenn die Pelzdichte einer Stadt als Indikator für ihren Wohlstand taugt, dann...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Altstadt | k.A.* | 3.500 bis 15.000 | ![]() | 13,50 bis 25,00 | ![]() | ||
| Bogenhausen | 700.000 bis 8.500.000 | ![]() | 2.800 bis 14.000 | ![]() | 11,50 bis 22,00 | ![]() | |
| Germering (bei München) | 300.000 bis 1.100.000 | ![]() | 1.500 bis 3.300 | ![]() | 7,50 bis 12,00 | ![]() | |
| Glockenbach | k.A.* | 3.000 bis 7.000 | ![]() | 10,50 bis 20,00 | ![]() | ||
| Grünwald/Pullach (bei München) | 400.000 bis 6.000.000 | ![]() | 2.500 bis 5.000 | ![]() | 9,00 bis 13,00 | ![]() | |
| Haidhausen | 550.000 bis 2.000.000 | 2.200 bis 7.000 | 10,00 bis 15,00 | ||||
| Haidhausen-Au | 550.000 bis 2.000.000 | ![]() | 2.300 bis 7.000 | ![]() | 10,00 bis 15,00 | ![]() | |
| Hartmannshofen | 750.000 bis 4.000.000 | ![]() | 3.000 bis 4.500 | ![]() | 12,00 bis 17,00 | ![]() | |
| Lehel | k.A.* | 3.500 bis 12.000 | ![]() | 11,00 bis 20,00 | ![]() | ||
| Maxvorstadt | k.A.* | 2.500 bis 12.000 | ![]() | 12,00 bis 20,00 | ![]() | ||
| Nymphenburg/Gern | 750.000 bis 4.300.000 | ![]() | 2.800 bis 12.500 | ![]() | 11,00 bis 22,00 | ![]() | |
| Obermenzing | 320.000 bis 2.000.000 | ![]() | 1.800 bis 5.200 | ![]() | 9,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Ottobrunn (bei München) | 340.000 bis 900.000 | ![]() | 1.600 bis 3.400 | ![]() | 6,50 bis 11,00 | ![]() | |
| Pasing | 320.000 bis 2.000.000 | ![]() | 1.800 bis 5.200 | ![]() | 9,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Schwabing | 600.000 bis 6.000.000 | ![]() | 2.700 bis 10.000 | ![]() | 10,50 bis 20,00 | ![]() | |
| Sendling-Westpark | 400.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.600 bis 4.600 | ![]() | 8,50 bis 12,50 | ![]() | |
| Solln/Prinz-Ludwigs-Höhe | 380.000 bis 3.000.000 | ![]() | 1.800 bis 6.300 | ![]() | 9,00 bis 18,00 | ![]() | |
| Trudering/Waldtrudering | 300.000 bis 2.000.000 | ![]() | 2.000 bis 4.900 | ![]() | 9,00 bis 13,00 | ![]() | |
| Unterschleißheim (bei München) | 280.000 bis 1.200.000 | ![]() | 1.600 bis 4.000 | ![]() | 7,50 bis 11,00 | ![]() | |
| Vaterstetten (bei München) | 250.000 bis 2.500.000 | ![]() | 1.700 bis 3.400 | ![]() | 8,00 bis 11,00 | ![]() | |
| Westend | k.A.* | 1.800 bis 5.500 | ![]() | 9,00 bis 13,00 | ![]() | ||
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Die bayerische Landeshauptstadt steht im Ruf, die teuerste Stadt Deutschlands zu sein, mit ständig steigenden Mieten und Immobilienpreisen. Ein Blick auf die Zahlen belegt: Das stimmt nicht immer.
Wenn die Pelzdichte einer Stadt als Indikator
für ihren Wohlstand taugt, dann hat
München ein Problem. Das renommierte
Pelzhaus Rieger, jahrzehntelang als Kleidermarkt
der gut situierten Gesellschaft
an der Isar nicht wegzudenken, musste
Anfang des Jahres Insolvenz anmelden.
Das Schicksal des Einzelhändlers Rieger
ist Teil einer Entwicklung, die sich
auch am Immobilienmarkt ablesen lässt:
Das Geschäft am oberen Ende der Luxusskala
hat während der Wirtschaftskrise
einen Dämpfer erhalten. Jürgen Büllesbach,
Vorsitzender der Geschäftsführung
der Bayerischen Bau und Immobilien
Gruppe, macht einen massiven Nachfrageeinbruch
bei Topluxuswohnungen aus.
Noch vor gut einem Jahr wechselten in
der Altstadt und im Lehel Wohnungen
den Besitzer, bei denen der Quadratmeter
bis zu 15.000 Euro kostete. In Bogenhausen
wurden für exklusive Altbauobjekte
zwischen 10.000 und 12.000, manchmal
sogar bis zu 14.000 Euro bezahlt.
Und die nächste Preisschwelle war
bereits fest eingeplant. Bis zu 20.000 Euro
je Quadratmeter verlangen die Projektentwickler
für die Luxuswohnungen in
Münchens Prestigeprojekt „The Seven“
im Gärtnerplatzviertel. Dass sich zu diesen
Preisen Käufer finden, halten viele
Makler jedoch für eine Illusion.
Viele Interessenten würden derzeit
lieber mieten, als eine Immobilie zu kaufen,
beobachten die Makler von Engel &
Völkers. Die Mietpreise für große Wohnungen
mit 100 Quadratmetern und
mehr sind in den Spitzenlagen der Altstadt,
im Lehel, in Solln und in Bogenhausen
daher deutlich gestiegen.
Dass die Preise in Bayerns Hauptstadt
steigen, gilt seit Jahrzehnten als eine Art
Naturgesetz. Eine Mär, winkt Alfred Stark
von Rückert & Stark ab, er könne das
nicht mehr hören. Der stetige Preiszuwachs beruhe auf einer Durchschnittsbetrachtung. Das belegt auch der aktuelle Wohnungsmarktbericht der Stadt. Demnach
stiegen die Mieten in München im vergangenen
Jahr im Schnitt um sieben Prozent
im Vergleich zu 2008. Für Neubauten
wurden durchschnittlich 13,77 Euro pro
Quadratmeter verlangt, für Nachvermietungen
immerhin noch fast zwölf Euro.
Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht
zu genießen. Ausgewertet werden dabei
nur die Angebotsmieten, die in der Zeitung
stehen. Die offizielle Statistik zeigt, dass die Mieten lediglich in bestimmten Segmenten tatsächlich gestiegen sind. So
verteuerten sich große Wohnungen im
vergangenen Jahr um über 20 Prozent.
Das zieht den Durchschnitt gehörig nach
oben. Die Mieten für Wohnungen unter
100 Quadratmetern hingegen sanken.
Neben der Größe sind vor allem die
Ausstattung und die Lage ausschlaggebend
für den Preis. Während die Mieten
für große Wohnungen in Toplagen anzogen,
mussten Vermieter von Wohnungen
in mittleren Lagen den Mietzins bis zu
fünf Prozent senken. Rudolf Dahn von Gerschlauer Immobilien
ist überzeugt, dass es allenfalls in
einigen ausgesuchten Lagen noch zu
leichten Steigerungen kommt. Einen
generellen Trend zu höheren Mieten
gebe es nicht.
Das sieht bei Kaufobjekten ganz anders
aus. Dort geht der Wertzuwachs unvermindert
weiter. Wohnungen, deren
Quadratmeterpreise zwischen 3700 und
7000 Euro liegen, sind nach wie vor
gefragt. Der Markt ist eng, das Angebot
überschaubar. Viele Eigentümer verkaufen
gegenwärtig nicht, da sie für ihr Geld
keine geeignete Alternative haben.
So sind auch bei Doppel- und Reihenhäusern
die Preise um bis zu drei Prozent
gestiegen. Natürlich nicht überall, die
Käufer sind wählerischer geworden. Eigenheime
an Durchgangsstraßen oder
in der Nähe sozialer Brennpunkte bleiben
lange liegen. Zumal die Verkäufer nur
selten zu Zugeständnissen bereit sind.
München ist längst kein Selbstgänger
mehr. Für die neuen Wohnquartiere am
Ackermannbogen, an der neuen Messe,
am Hirschgarten oder im Arnulfpark sehen
Makler kaum eine Chance, dass die
Käufer der ersten Stunde den bezahlten
Preis bei einem Verkauf jemals wiederbekommen.
Der Immobilienmarkt der Landeshauptstadt
kann sich den konjunkturellen
Zyklen genauso wenig entziehen wie
der Rest der Republik. Für Wohnungssuchende
und Kapitalanleger ist der Zeitpunkt
für den Erwerb eines Eigenheims
so günstig wie seit Jahren nicht mehr.
Das kann sich jedoch – und auch das
ist typisch für München – sehr schnell
wieder ändern. Sobald sich die wirtschaftliche
Lage bessert und das Vertrauen
zurückkehrt, werden Mieten und Preise
wieder steigen. Daran gibt es nach Ansicht
aller Makler keinen Zweifel.
Nach wie vor nimmt die Zahl der Einwohner
in der bayerischen Metropole beständig zu. Die Stadt versucht zwar, den Zuzug mit neuen Flächenausweisungen
auszugleichen, das reicht allerdings nicht,
um die Nachfrage zu befriedigen. „Bis
2020 werden in der Landeshauptstadt
jährlich rund 9200 neue Wohnungen benötigt,
im Schnitt werden aber nur 5600
Einheiten pro Jahr fertiggestellt“, berichtet
der aktuelle Wohnungsmarktreport
Bayern der GBW Gruppe, einem der größten
Wohnungsunternehmen in Bayern.
München bleibt seinem Ruf als teuerste Großstadt mit dem stabilsten Wohnungsmarkt treu. Da sich aber auch die Landeshauptstadt nicht von der konjunkturellen
Entwicklung abkoppeln kann, ist die Zeit für einen Einstieg günstig. Schon für die kommenden zwölf Monate rechnen die befragten Experten bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen wieder mit leicht steigenden Preisen. Und die Mieten sollen auf dem jetzigen, hohen Niveau bleiben.






