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Krise? Welche Krise? - Die besten Wohnlagen in Nürnberg
Die Stadt machte zuletzt immer wieder Schlagzeilen mit Megapleiten. Doch wer glaubt, Nürnberg gehe es schlecht, der irrt: Der Immobilienmarkt boomt, es wird gebaut, die Preise legen zu. Vor allem Investoren steigen ein. Ihnen bietet das Mietniveau zweistellige Renditen. Erst Grundig, dann AEG,...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Altstadt/Sebald | k.A.* | 1500 bis 4000 | ![]() | 8,00 bis 12,50 | ![]() | ||
| Ebensee | 400 000 bis 1 200 000 | ![]() | 1600 bis 3300 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Erlenstegen | 350 000 bis 1 200 000 | ![]() | 1600 bis 3300 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Fürther Straße | k.A.* | 800 bis 2800 | ![]() | 5,00 bis 8,50 | ![]() | ||
| Großreuth hinter der Veste | 250 000 bis 550 000 | ![]() | 1500 bis 2500 | ![]() | 6,50 bis 11,00 | ![]() | |
| Katzwang/Kornburg | 180 000 bis 500 000 | ![]() | 1000 bis 2400 | ![]() | 4,50 bis 8,50 | ![]() | |
| Mögeldorf | 220 000 bis 1 200 000 | ![]() | 1500 bis 3300 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Thon | 200 000 bis 650 000 | ![]() | 1000 bis 2800 | ![]() | 6,50 bis 10,00 | ![]() | |
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Die Stadt machte zuletzt immer wieder Schlagzeilen mit Megapleiten. Doch wer glaubt,
Nürnberg gehe es schlecht, der irrt: Der Immobilienmarkt boomt, es wird gebaut, die Preise legen zu.
Vor allem Investoren steigen ein. Ihnen bietet das Mietniveau zweistellige Renditen.
Erst Grundig, dann AEG, zuletzt Quelle –
drei Megapleiten innerhalb weniger Jahre.
Wären Negativschlagzeilen ein Indikator
für den Immobilienmarkt, müsste
es in Nürnberg düster aussehen. Doch
von Krise keine Spur, auch nicht am
Wohnungsmarkt: Die Preise sind stabil,
in guten Lagen ziehen sie sogar an.
„Nürnberg wächst an seinen Krisen.“
Das ist derzeit der Lieblingsslogan von
Günther Kreuch vom städtischen Wirtschaftsreferat.
Er verweist darauf, dass
mittlerweile viele kleine und mittlere
Unternehmen
statt wenige große die Arbeitsplätze
sichern.
„Auf den Immobilienmarkt hatte die
Quelle-Insolvenz keine Auswirkungen“,
sagt auch Sabine Böller von Weileder
Immobilien.
Einer der Hauptgründe: Die
Finanzkrise trieb viele Anleger dazu, ihr
Geld in Immobilien zu investieren. So
übersteigt in der Frankenmetropole die
Nachfrage das Angebot, vor allem im Osten
und Norden. Manche Makler leiden
seit dem zweiten Halbjahr 2009 regelrecht
unter Nachschubproblemen. Maximilian
Waldbauer von Immobilien &
Hausverwaltung Waldbauer: „Wer eine
Immobilie hat, will sie als Wertanlage
behalten
und wartet mit dem Verkauf.“
Der Mangel an Anlagealternativen hält
viele Eigentümer offenbar vom Verkauf
ab. „Was sollte ich denn mit dem Erlös
meines Hauses machen?“ ist eine Frage,
die Makler Rainer Schaefer von Dr. Schaefer
Immobilien öfter hört.
Auch Kaufinteressenten denken verstärkt
in der Kategorie Kapitalanlage.
Was wird das Haus bei einem Wiederverkauf
wert sein? Wie entwickeln sich
Standort und Lage der Immobilie? Antworten
darauf, zumindest genereller Art,
liefert der Regensburger Immobilienökonom
Gabriel Lee. Für ihn muss ein guter
Immobilienstandort drei Bedingungen erfüllen: Die Bevölkerung muss wachsen,
die Zahl der Arbeitsplätze steigen und die
Verkehrsanbindung gut sein.
Nürnberg erfüllt alle drei Punkte: Die
Einwohnerzahl wächst stetig, Unternehmen
investieren, und die Bahn verbessert
in und um Nürnberg die Anbindungen.
„Darüber hinaus investieren wir in Lebensqualität
und Infrastruktur, um die
Zukunft zu sichern“, betont Johannes
Hinnecke vom städtischen Baureferat.
Mit Erfolg. Laut Grundstücksmarktbericht
2009 zogen die Preise fast auf ganzer
Linie an: Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser
legten gegenüber dem
Vorjahr um zwei, Bauflächen für Mehrfamilienhäuser
sogar um sieben Prozent
zu. Reihenhäuser sowie Eigentumswohnungen
kosten rund zwei Prozent mehr.
Dagegen fielen ausgerechnet die Preise
des früheren Bestsellers, des frei stehenden
Einfamilienhauses, um ein Prozent.
Das scheint sich in diesem Jahr aber
wieder zu ändern. Klaus Kluge von Die
Kluge Immobiliengesellschaft: „Einfamilienhäuser
sind weiterhin sehr wertbeständig.
Vorausgesetzt, Bausubstanz,
Zustand und Ausstattung stimmen.“
Manfred Kress von Planethome berichtet
aktuell sogar wieder von einem Anziehen
der Nachfrage und Preise.
Grund sind wohl auch hier Kapitalanleger.
„Inzwischen schauen sich nicht nur
institutionelle Investoren in Nürnberg
um, sondern vermögende Anleger aus
ganz Deutschland“, sagt Makler Marco
Hartwig. Die im bundesweiten Vergleich
noch immer günstigen Preise bringen
Vermietern in einfachen Lagen Renditen
von bis zu zehn Prozent, so der aktuelle
Marktbericht von Engel & Völkers.
Die Mieten sind in den vergangenen
beiden Jahren stark gestiegen: Kratzten
2007 nur wenige Topimmobilien an der
Zehn-Euro-Marke pro Quadratmeter,
sind jetzt in sehr guten Lagen durchaus
zwölf Euro drin. „Dafür sind die Vermieter
bei der Ausstattung erheblich mehr
gefordert“, so Sabine Böller.
Eine neue Bescheidenheit beobachtet
Rainer Weileder von Weileder Immobilien
hingegen bei Käufern selbst genutzter
Immobilien: „Gutverdienende entscheiden
sich öfter für ein kleineres Haus auf
einem kleineren Grundstück, um Reserven
zu bewahren.“ Die Grenzen zwischen
wohlhabenden und weniger begüterten
Anwohnern verwischen. Weileder
kommt zu einer für einen Makler überraschenden
Aussage: „Für den sozialen
Frieden in der Stadt ist das sicher gut.“
Nürnbergs Immobilienmarkt läuft gut,
besonders für Eigentümer. Der Grundstücksmarktbericht
2009 meldete eine
„Tendenz zu höheren Immobilienpreisen“.
Die Nachfrage ist groß, vor allem
nach Eigentumswohnungen. Sie können
in den nächsten Monaten in Toplagen um
bis zu fünf Prozent zulegen. Dies gilt gerade
für die Immer-noch-in-Altstadtlage
Sebald. Auch Neubauprojekte auf ehemaligen
Betriebsgeländen wie in Thon
oder Großreuth haben gute Chancen.





