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Ein Hoch auf die Halbhöhe - Die besten Wohnlagen in Stuttgart
Stuttgart ist ein teures Pflaster: Wohnraum ist gefragt, neu gebaut wird jedoch selten. Im begehrten Zentrum wollen die Stadtväter das jetzt ändern – und gestalten bestehende Gebiete um. Kennen Sie das Kürzel HHL? Nein? Dann haben Sie noch nie in Stuttgart eine...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Bad Cannstatt | 250.000 bis 2.000.000 | ![]() | 1.300 bis 3.800 | ![]() | 7,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Degerloch/Gänsheide/Bopser | 400.000 bis 3.000.000 | ![]() | 2.800 bis 5.500 | ![]() | 12,00 bis 18,00 | ![]() | |
| Frauenkopf/Schönberg/Birkach | 600.000 bis 2.000.000 | ![]() | 2.500 bis 6.000 | ![]() | 12,00 bis 16,00 | ![]() | |
| Heslach | 250.000 bis 450.000 | ![]() | 1.400 bis 4.500 | ![]() | 7,00 bis 15,00 | ![]() | |
| Heusteig-/Bohnenviertel | k.A. * | 1.900 bis 3.500 | ![]() | 8,00 bis 15,00 | ![]() | ||
| Killesberg | 650.000 bis 4.000.000 | ![]() | 3.100 bis 7.000 | ![]() | 12,00 bis 17,00 | ![]() | |
| Mitte | 650.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.400 bis 5.500 | ![]() | 10,00 bis 16,00 | ![]() | |
| Sillenbuch/Riedenberg | 500.000 bis 1.500.000 | ![]() | 1.500 bis 5.500 | ![]() | 12,00 bis 18,00 | ![]() | |
| Sonnenberg/Möhringen/Vaihingen | 500.000 bis 1.500.000 | ![]() | 1.500 bis 5.500 | ![]() | 9,00 bis 15,00 | ![]() | |
| Süd/Lehenviertel | 450.000 bis 2.000.000 | ![]() | 1.800 bis 5.000 | ![]() | 8,00 bis 15,00 | ![]() | |
| West | 650.000 bis 1.000.000 | ![]() | 1.400 bis 5.500 | ![]() | 8,00 bis 15,00 | ![]() | |
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Stuttgart ist ein teures Pflaster: Wohnraum ist gefragt, neu gebaut wird jedoch selten. Im begehrten Zentrum wollen die Stadtväter das jetzt ändern – und gestalten bestehende Gebiete um.
Kennen Sie das Kürzel HHL? Nein? Dann
haben Sie noch nie in Stuttgart eine Immobilie
gesucht. HHL heißt Halbhöhenlage
und gibt dem Ortskundigen den Hinweis
auf eine der begehrtesten Lagen in
der Stadt am Neckar. Von den meist grünen Hügeln rund um den Stadtkessel ist der Blick auf das Neue Schloss, das in der
Abendsonne funkelnde Mercedes-Benz-
Museum oder die eng stehenden Wengert,
wie die Weinberge im Schwäbischen
heißen, am schönsten. HHL bedeutet
aber auch, dass der Wohnungs- oder
Häusersuchende mit stolzen Preisenrechnen muss. Wie in den vielen anderen Lagen in der Schwabenmetropole.
Denn der Markt ist eng, sehr eng. Zum
einen ziehen nach wie vor mehr Menschen
zu als abwandern. Zum anderen
gibt es immer mehr Senioren, die es zurück
in die Stadt zieht. Aber auch junge
Familien strömen in die City – und sei es, um das Auto einzusparen. So verzeichnet
Stuttgart eine sehr geringe Leerstandsquote
von 1,5 Prozent. Zum Vergleich:
Bundesweit beträgt sie im Durchschnitt
etwa acht Prozent. „Der Markt ist wie leer
gefegt“, sagt Claudia Philipp, geschäftsführende
Gesellschafterin von Engel & Völkers in Stuttgart-Degerloch. Deshalb gehört Stuttgart neben den anderen
baden-württembergischen Städten Heidelberg,
Ulm und Freiburg zu den zehn
teuersten Mieterstädten Deutschlands.
Immerhin: Das knappe Wohnraumangebot
hat die traditionell hohen Kaufpreise
bislang nicht weiter ansteigen
lassen – trotz der ungebrochen starken
Nachfrage. Diese im Grunde paradoxe
Entwicklung erklärt sich durch die geringe
Verkaufsneigung der Eigentümer: Sie
haben oftmals kaum durchsetzbare Preisvorstellungen,
doch bevor sie den Preis
für ihr Eigenheim senken, warten sie lieber
mit dem Verkauf. Die Käufer dagegen
erwarten deutliche Abschläge, da die
Mehrzahl der angebotenen Objekte aus
dem Bestand – viele aus den 60er- und
70er-Jahren – energetisch umfassend saniert
werden müssen. Drei Viertel aller
Wohn- und Gewerbeimmobilien in Baden-
Württemberg wurden in den 60er-Jahren gebaut.
Wer in Stuttgart eine Bleibe sucht,
braucht deshalb viel Geduld: „Die Zeitdauer
von der ersten Kontaktaufnahme
mit einem Interessenten bis zur endgültigen
Entscheidung ist eindeutig
länger geworden“, so Dietmar Bürk, Leiter
Marketing und Vertrieb der GWGGruppe.
Die prekäre Lage auf dem Stuttgarter
Immobilienmarkt wird sich auch
langfristig nicht ändern. Einer Nachfrage
von jährlich 2900 Wohnungen steht
eine Neubauleistung von gerade einmal
900 bis 1100 Wohnungen im Jahr gegenüber.
In die Bresche springen jetzt Großinvestoren:
Sie wollen Stuttgart ein neues
Gesicht geben. Neubau statt Umbau,
weniger modernisieren und dafür ganze
Quartiere abreißen – das ist die Devise.
Trotz Konjunkturtiefs drehen sich die
Kräne, vor allem in der Innenstadt. 22
Großprojekte registrierte die „Stuttgarter
Zeitung“ für die kommenden Jahre mit
zum Teil gigantischem Ausmaß, zum Beispiel
das 4,1 Milliarden Euro teure Projekt
Stuttgart 21 in der Nähe des Hauptbahnhofs.
Insgesamt haben 60 Bauprojekte
ein Investitionsvolumen von mehr
als zehn Milliarden Euro. Allein 160 Millionen
Euro fließen in das Neubaugebiet Seepark in Möhringen. „Das Geld ist da“,
weiß Klaus Kießling, Immobilienberater
bei Planethome. „Die Investoren stehen
in den Startlöchern.“ Neu ist die Entwicklung,
dass die Stadtväter darauf gedrungen
haben, dem Wohnungsbau wesentlich
breiteren Raum zu geben. Die Entwohnung
der City soll dadurch nicht nur
gestoppt, sondern umgekehrt werden.
Die Veränderungen in der Schwabenmetropole
sind gewaltig: Überall wird
alte Bausubstanz abgerissen, um neben
Büros und Hotels exklusiven Stadtwohnungen
Platz zu machen. Ob am Südtor
nahe Heslacher Tunnel oder im Quartier
S an der Paulinenbrücke, ob im Europaviertel
am Hauptbahnhof oder auf
dem alten AOK-Gelände, ob auf dem
ehemaligen Messebereich am Killesberg
oder dem Gelände der alten Augenklinik
– die Neubauprojekte sind in der ganzen
Stadt verteilt. „Zusätzlich werden in den verschiedenen Stadtteilen immer mehr
Fabrikareale zu Loftwohnungen umgebaut“,
erklärt Stephan Scheibe, Teamleiter
Wohnimmobilie bei Dr. Lübke.
Die Eingriffe verändern die Stadt am
Neckar in einem Maße, wie es vor wenigen
Jahren noch kaum vorstellbar gewesen
ist. Doch die Kehrtwende war längst
fällig: Stuttgart werde im Wettbewerb der
Metropolen zurückfallen, wenn nicht
dringend benötigter Raum zum Wohnen
und Arbeiten geschaffen werde, hatte
Frank Peter Unterreiter, Beiratsvorsitzender
des Verbands IWS Immobilienwirtschaft
Stuttgart, im vergangenen Jahr
eindringlich gewarnt. Allein um auf dem
heutigen Einwohnerstand zu bleiben,
müssten in den nächsten Jahren
rund 22.000 Wohnungen und Häuser
gebaut werden, da die im Schnitt beanspruchte
Quadratmeterzahl pro Einwohner wächst.
Stuttgart hat über die Jahre nichts von
seiner Anziehungskraft eingebüßt. Im
Gegenteil. Kostengünstiger Wohnraum –
ob zum Mieten oder zum Kaufen – wird
daher weiterhin Wunschtraum bleiben.
Dennoch investieren Privatleute, aber
zunehmend auch Großinvestoren, in
starkem Maße in die Wohnimmobilie.
Die Preise für Häuser, Eigentumswohnungen
und Mieten werden voraussichtlich
um zwei bis fünf Prozent steigen.




