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Im Tal der Träume - Die besten Wohnlagen am Tegernsee
Das Prominentendomizil im Süden der Republik veraltet, die Preise haben vielerorts die Schmerzgrenze erreicht. Während sich für einfache und günstige Wohnungen kaum Mieter finden, bleiben exklusive Grundstücke teuer – auch weil nachgeholfen wird. Billig hat hier...
| Durchschnittspreise | Einfamilienhaus Kaufpreis | Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm | Haus oder Wohnung Miete pro qm | ||||
| Bad Wiessee-Abwinkl | 750 000 bis 4 500 000 | ![]() | 2000 bis 3900 | ![]() | 9,50 bis 12,00 | ![]() | |
| Bad Wiessee-Ort | 300 000 bis 2 000 000 | ![]() | 1500 bis 4000 | ![]() | 7,50 bis 9,50 | ![]() | |
| Gmund | 300 000 bis 1 500 000 | ![]() | 1500 bis 3800 | ![]() | 7,00 bis 11,50 | ![]() | |
| Leeberg | 850 000 bis 6 500 000 | ![]() | 3400 bis 7500 | ![]() | 10,00 bis 12,00 | ![]() | |
| Rottach-Egern | 1 000 000 bis 6 500 000 | ![]() | 2800 bis 5500 | ![]() | 10,50 bis 12,00 | ![]() | |
| Rottach-Ort | 300 000 bis 3 000 000 | ![]() | 1500 bis 6000 | ![]() | 7,50 bis 13,00 | ![]() | |
| Tegernsee | 300 000 bis 2 800 000 | ![]() | 2000 bis 5500 | ![]() | 8,00 bis 13,00 | ![]() | |
| Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; *kein ausreichendes Angebot | |||||||
Immobilien Angebote in dieser Region:
Das Prominentendomizil im Süden der Republik veraltet, die Preise haben vielerorts
die Schmerzgrenze erreicht. Während sich für einfache und günstige Wohnungen kaum
Mieter finden, bleiben exklusive Grundstücke teuer – auch weil nachgeholfen wird.
Billig hat hier nichts zu suchen. Ein Tal,
ein See und Berge drum herum. Wohnsitz
von Millionären und Milliardären,
von Beisheim und Co., Postkartendörfchen,
das Brauhaus, das Bachmair und so
weiter. Heile, weiß-blaue Welt mit nach
wie vor ins Absurde gehenden Preisen.
Billig hat hier nichts zu suchen. Oder
doch? Erst kämpften die Tegernseer Herrschaften
jahrelang dagegen, dass ein Lidl
kurz hinter der Ortsgrenze von Rottach
aufmacht. Aldi reichte ihnen schon, sie
drohten sogar mit Boykott. In der Nacht
vom 28. auf den 29. November 2009, bevor
der neue Lidl eröffnen sollte, ging
der Aldi in Flammen auf. Brandstiftung,
sagt die Kripo. Täter: nicht gefasst. Aber
jetzt kaufen die Talinsassen natürlich bei
den Discountern ein.
Diese Doppelbödigkeit zieht sich
durch, auch auf dem Immobilienmarkt.
Das „Geld spielt keine Rolle“ ist nur noch
Attitüde. Man fängt an, wenn auch auf
sehr hohem Niveau, auf den Preis zu
achten.
Nur das hat eine Chance auf die
mittlerweile abenteuerlichen und sogar
noch weiter steigenden Spitzenpreise,
was absolut perfekt ist.
Die Kapitalanleger, Topmanager und
reichen Rentner, die kaum 50 Kilometer
von München entfernt luxuriöse Wohnungen
und Häuser suchen, wollen Ruhe
und einen ungetrübten Blick auf den
See. Ein Mobilfunkmast in der Nähe, und
schon wird der Preis gedrückt.
„Nur wenn alles passt, werden diese
Preise auch bezahlt“, sagt Marja Schwartz
von Engel & Völkers mit Blick auf die
7000 Euro pro Quadratmeter, die heute
für Neubauwohnungen zur Debatte stehen.
Jahrelang galten 5000 Euro je Quadratmeter
als guter Schnitt für hochwertige
Wohnungen.
Das Gleiche gilt für Baugrundstücke.
Die werden knapp, private wie gewerbliche
Bauherren suchen händeringend,
entsprechend hoch sind inzwischen die
Grundstückspreise: Kostete ein Quadratmeter
Baugrund vor einigen Jahren in
der Spitze noch um die 500 Euro, so ist
dieser Betrag heute allenfalls gutes Mittelmaß.
Selbst für 1000 Euro den Quadratmeter
bekommt man nicht immer
den begehrten Seeblick.
Stabil sind die Preise bei den Spitzenobjekten
in den gehobenen und höchsten
Preisklassen. Häuser kosten bis zu
6,5 Millionen Euro. In den besten Lagen
Rottach und Schorn in Rottach-Egern,
am Leeberg oberhalb der Gemeinde Tegernsee
und im Wiesseer Ortsteil Abwinkl sogar deutlich mehr. Vor allem,
wenn das Grundstück groß ist.
Denn bei den Bauherren sind Grundstücke
gefragt, siehe oben, ob nun mit
altem Haus drauf oder nicht. Die werden
ohnehin abgerissen und durch kleinere
Mehrfamilienhäuser ersetzt. Viele Makler
befürchten, dass dieser Bauboom am
Bedarf vorbeigeht. Um dem Nachbarn
in die Kaffeetasse zu schauen, sind viele
nicht bereit, mehr zu zahlen als für eine
Wohnung in München.
„Verkäufer haben oft überzogene Vorstellungen“,
sagt auch Makler Jörg Zimmermann.
Während Käufer am liebsten
nur Baugrund suchen und die Abrisskosten
kalkulieren, rechnen Verkäufer jede
eingebaute Marmorplatte als Wertzuwachs.
Besonders drastisch zeigt sich das
bei Wohnungen nahe dem Bahngleis:
Verlangen Eigentümer auf den vor vier
Jahren gezahlten Preis einen Aufschlag
von bis zu 30 Prozent, bleiben selbst exklusive
Wohnungen lange liegen.
Was die Preise ebenfalls unter Druck
setzt: Das Tegernsee-Volk altert (der
Schnitt liegt bei über 50), und die Einwohnerzahl
in den Gemeinden sinkt. Für Kapitalanleger,
die in Wohnungen zwischen
2000 und 3000 Euro den Quadratmeter
investieren müssten, keine Perspektive.
Die Gemeinden am See tun, was geht,
um junge Familien in den Ort zu holen.
Gmund soll eine neue Haupt- und eine
Realschule bekommen. Und Tegernsee
trotzte der Unternehmerfamilie Schwarz
für die neue Lidl-Filiale hinter der Ortsgrenze
von Rottach den Bau von 17 Wohnungen
und familienfreundliche Mieten
von 6,50 Euro pro Quadratmeter ab.
Dabei mangelt es rund um den ansonsten
so teuren See nicht an günstigem
Wohnraum. Wer ohne den Blick aufs
Wasser leben kann, muss kaum mehr als
sieben Euro je Quadratmeter bezahlen.
Doch es fehlt die Nachfrage. „Teilweise
müssen wir inserieren, um Mieter zu finden“, verriet Tegernsees Bürgermeister
Peter Janssen. Denn interessante Arbeitsplätze
sind selten im Rentnertal.
Investoren sind zurück am Tegernsee. Sie
suchen eine sichere Anlagemöglichkeit
für ihr Vermögen und lassen sich von der
jahrelangen Konstanz des Immobilienmarkts
im Tal der Millionäre locken. Zu
Recht: Vor allem die Preise für Grundstücke
steigen weiter, obwohl das Niveau
schon jetzt hoch ist. Immer mehr Rückkehrer
im Rentneralter verleiten Entwickler
zu Investitionen in Wohnungen.
Da in diesem Bereich viel gebaut wird,
sind die Chancen auf Preissteigerungen
jedoch verhalten. Von Wohnungen im
mittleren und unteren Preissegment sollte
man lieber ganz die Finger lassen.






