Generationswechsel im Osten - Die besten Wohnlagen in Sachsenwald-Aumühle

Lange Zeit hatten sie ein etwas angestaubtes Image, die vier Gemeinden mit ihren gutbürgerlichen und gediegenen Wohnvierteln. Nun aber scheint frischer Wind durch die Gegend am Rand des größten zusammenhängenden Waldgebiets von Schleswig-Holstein zu wehen.

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Durchschnittspreise Top Wohnlage Gute Wohnlage Mittlere Wohnlage Einfache Wohnlage
Einfamilienhäuser (€) Altbau
600.000 - 1.500.000
450.000 - 750.000
230.000 - 450.000
150.000 - 250.000
Neubau
k.A.*
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k.A.*
Eigentumswohnungen
pro qm (€)
Altbau
2000 - 2300
1500 - 2000
1300 - 1600
1100 - 1400
Neubau
k.A.*
k.A.*
k.A.*
k.A.*
Miete pro qm (€) Altbau
8,00 - 10,00
7,50 - 9,00
6,50 - 8,00
6,00 - 7,00
Neubau
k.A.*
k.A.*
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k.A.*
Durchschnittliche Preis- und Mietspannen in Euro für Eigenheime sowie Wohnungen, die bei Wohnfläche, Ausstattung oder Grundstücksgröße typisch für die jeweilige Lagekategorie sind. Als Neubau gelten Objekte, die nicht älter als fünf Jahre sind oder die gerade errichtet werden. Bei Immobilien, die dem Standard nicht entsprechen, können Preise und Mieten von den genannten Werten abweichen. Quelle: Maklerumfrage, Erhebungszeitraum 2012 (*k.A: kein ausreichendes Angebot)
Generationswechsel im Osten - Die besten Wohnlagen in Sachsenwald-Aumühle

Lange Zeit hatten sie ein etwas angestaubtes Image, die vier Gemeinden mit ihren gutbürgerlichen und gediegenen Wohnvierteln. Nun aber scheint frischer Wind durch die Gegend am Rand des größten zusammenhängenden Waldgebiets von Schleswig-Holstein zu wehen.

Johann Christian von Donner vom Immobilienunternehmen Dahler & Company spricht von einem Generationswechsel im Sachsenwald: „Viele ältere Bewohner wollen ihre großen Häuser verkaufen, um in Penthousewohnungen oder Seniorenresidenzen zu ziehen.“ Interessenten finden sie zunehmend unter jüngeren Hamburger Familien mit mehreren Kindern, denen es die großen Grundstücke mit dem alten Baumbestand angetan haben und die ruhiges Wohnen mit guter Verkehrsanbindung – S-Bahn-Anschluss in Reinbek, Wohltorf und Aumühle – schätzen. Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sind in ausreichender Zahl vorhanden.

Oft haben die Vorbesitzer seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert. Stimmt die Substanz, scheuen sich Käufer zwar nicht, die notwendigen Investitionen vorzunehmen, sagt von Donner, aber ­natürlich führe das immer zu Preisabschlägen. Für sanierte historische Villen in Aumühle oder rund um die Bahnsenallee in Reinbek werden jedoch Preise bis zu 1,5 Mio. Euro gezahlt. Billiger wird es nicht, das Angebot kann mit der Nachfrage kaum mithalten. „Die Vermarktungszeiten haben sich im letzten Jahr noch einmal deutlich verkürzt“, freut sich Dörte Schwandt vom Immobilienvermittler Planethome. Neubauangebote findet man im Sachsenwald so gut wie gar nicht. Und wenn doch, dann sind die Objekte schnell verkauft – so wie die kürzlich gebauten Eigentumswohnungen am Reinbeker Schlosspark.

Der alte Bismarck ist schon lange tot, und an seiner letzten Ruhestätte Aumühle gibt es wenig, was diese Ruhe stören könnte. Wer es jung, frech und modern mag, ist in der noblen, etwas angestaubten Sachsenwaldgemeinde an der falschen Adresse. Vor allem wohlhabende Hamburger zieht es hierher, die insgesamt 3000 Aumühler wohnen zum Großteil in Gründerzeitvillen auf riesigen Grundstücken mit altem Baumbestand. Ihre Freizeit verbringen sie in einem der schönen Klubs mit Reiten, Tennis, Hockey oder Golf.

Die Infrastruktur ist passabel, was es vor Ort nicht gibt, bekommt man problemlos im nahen Reinbek oder Wentorf. Die beiden Nachbargemeinden haben Aumühle in den vergangenen Jahren den Rang abgelaufen – obwohl der Ort einen eigenen S-Bahn-Halt hat.

Die Topwohnlagen sind die von Ahornbäumen gesäumte Bismarck-Allee und die Alte Schulstraße. Die Nachfrage nach hochpreisigen Immobilien hält sich derzeit aber in Grenzen. Spitzenpreise von über 1,5 Millionen Euro erzielen nur noch sanierte Villen. Ein Mittelreihenhaus in mittlerer Lage gibt es bereits ab 220.000 Euro, Baugründstücke sind ab 200 Euro pro Quadratmeter zu haben.

capital.de, 10.05.2012
4
Capital-Urteil**
Weil die Preise in der Hansestadt ungeahnte Höhen erklimmen, zieht es Immobilieninteressenten immer weiter vor die Tore der Hansestadt. Vor allem bezahl­barer Wohnraum für Familien ist gefragt. Auch im Umland klettern nun die Preise, denn Neubauprojekte fehlen. Allerdings muss man differenzieren: Die Sahnestücke werden teurer, marode und schlecht gepflegte Häuser billiger. Insgesamt erwarten die Makler, dass die Preise für Häuser und Wohnungen im Bestand in den kommenden zwölf Monaten stabil bleiben. Wertsteigerungen sind für einige extrem gefragte Standorte wie Pinneberg oder Teile von Norderstedt zu erwarten. Aber auch mittlere Lagen haben Aufstiegspotenzial, wie zum Beispiel Hagen in Ahrensburg.