- Weitere Infos:
- Kurz-Porträt
- Lang-Porträt
- Capital Urteil
- Fotostrecke
- User-Beiträge
- Immobilienangebote
- Wohnquartier Report
Start in eine neue Ära - Die besten Wohnlagen in Frankfurt
Die neue Landebahn des Flughafens spaltet den Immobilienmarkt. In der Einflugschneise sinken die Preise schneller als die Jets am Himmel. In ruhigen Vierteln steigen sie besonders rasch, wenn Zuzügler mit Lärmflüchtlingen um dieselben Objekte buhlen. Eigentlich fehlt es der einwohnerstärksten Stadt Hessens an Größe für eine echte Metropole: Knapp 700.000 Menschen lebten Ende 2011 in der Mainstadt, bis 2020 kommen weitere 25.000 hinzu.
Die neue Landebahn des Flughafens spaltet den Immobilienmarkt. In der Einflugschneise sinken die Preise schneller als die Jets am Himmel. In ruhigen Vierteln steigen sie besonders rasch, wenn Zuzügler mit Lärmflüchtlingen um dieselben Objekte buhlen.
Eigentlich fehlt es der einwohnerstärksten Stadt Hessens an Größe für eine echte Metropole: Knapp 700.000 Menschen lebten Ende 2011 in der Mainstadt, bis 2020 kommen weitere 25.000 hinzu.
Zwischen Montag und Freitag pendeln zusätzlich rund 300.000 Menschen zur Arbeit in die Bankenstadt. Viele Teilzeitfrankfurter mieten für die Arbeitswoche eine Zweitwohnung. Die Konsequenz: Die Zahl der Singlehaushalte steigt weiter, inzwischen liegt sie bei mehr als 53 Prozent – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Vor allem kleinteiliger Wohnraum ist Mangelware. Die Preise ziehen an – selbst für ältere Bausubstanz. So mussten Käufer für Eigentumswohnungen, die 60 Jahre und älter sind, mit durchschnittlich 2850 Euro pro Quadratmeter acht Prozent mehr zahlen als noch im Jahr zuvor. Und das, obwohl die Stadt 2011 mit neuen Eigentumswohnungen geradezu überschwemmt wurde.
Willkommen in der Finanzmetropole. Preise für Miete und Wohneigentum behaupten sich in Frankfurt gut in der Liga der Großstädte wie München, Köln oder Hamburg. Äußerst begehrt sind hochwertige Eigentums- und Mietwohnungen sowie Häuser in zentraler Stadtlage wie etwa im Westend-Nord.
Hier wurden kürzlich auf einem Gartengrundstück Neubauwohnungen ab 20 Euro Miete pro Quadratmeter angeboten und innerhalb weniger Tage vermietet. Eine Penthousewohnung, an der Fellnerstraße unweit des Eschenheimer Tores auf ein Bürogebäude aus den 70ern aufgesetzt, wurde ebenfalls für 20 Euro pro Quadratmeter schnell vermietet.
Insgesamt wurden in Frankfurt im vergangenen Jahr Wohnimmobilien im Wert von rund 2,1 Mrd. Euro verkauft. Laut Gutachterausschuss entfiel der Löwenanteil mit 1,1 Mrd. Euro auf Eigentumswohnungen. „Gemessen an der Bevölkerungszahl nimmt Frankfurt mit rund 1600 verkauften Neubaueigentumswohnungen hinter München bundesweit den zweiten Platz ein“, freut sich Planungsdezernent Edwin Schwarz. Ein Rekord zum Ende seiner Amtszeit.
Am teuersten ist es im südlichen Westend. Dort werden Quadratmeterpreise von bis zu 12.260 Euro aufgerufen, für die teuerste Wohnung sollen gar 14.500 Euro pro Quadratmeter geflossen sein. Insgesamt stieg die Zahl der Verkäufe von Wohnungen, in denen der Quadratmeter mehr als 5000 Euro kostet, um 35 Prozent.
Ein Ende des konstanten Zuzugs in die Stadt ist derzeit nicht in Sicht. Daher sieht das Wohnbauland-Entwicklungsprogramm der Stadt Flächenreserven für weitere 20.000 Wohnungen vor. Hinzu kommen noch nicht bebaute Restflächen sowie Baulücken für etwa 5000 Wohnungen. Allerdings stehen hinter etlichen Standorten Fragezeichen: etwa in der Bürostadt Niederrad, die unter hohem Leerstand leidet. Hier steht die Umwidmung von Bürogebäuden in Wohnungen im großen Stil schon seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Stadtplaner. Zurzeit wird ein Bürohochhaus in seiner Funktion als Wohnturm getestet. Zum gemischten Wohn- und Arbeitsquartier mit 3000 Wohnungen ist es aber noch ein weiter Weg.
Frankfurts Innenstadtkern hingegen unterzieht sich bereits einer Metamorphose. Mitten im Herzen der Stadt, nur wenige Schritte von Rathaus und Römerberg entfernt, klafft eine riesige Baustelle: Auf dem Dom-Römer-Areal sollen künftig 15 historische und 20 neue Häuser stehen. Dabei werden die Gebäude aus der Zeit vom 16. bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend originalgetreu rekonstruiert. „Die Altstadt wird vorrangig ein Wohnquartier mit kleinen Läden und einigen Restaurants im Erdgeschoss“, sagt Michael Guntersdorf, Geschäftsführer des städtischen Projektentwicklers Dom-Römer. Die Quadratmeterpreise für das neue Wohnquartier starten bei 3300 Euro je Quadratmeter. Wer in einer der neu errichteten Altbauten wohnen will, muss Kompromisse akzeptieren, denn die Fassaden – und damit auch die Fenstergrößen – sind durch die historischen Vorgänger definiert. „Die Rekonstruktionen sind je nach handwerklichem Aufwand bis zu 80 Prozent teurer und somit echte Liebhaberobjekte“, so Guntersdorf.
Wenige Hundert Meter entfernt zwischen Mainufer, den Städtischen Bühnen und der Weißfrauenstraße entsteht der Riverside Financial District. Wo vor Kurzem noch die Bauten von Degussa aufragten, wächst um einen begrünten Platz mit Gastronomie und Läden ein Viertel mit Büroblocks sowie drei Wohnpalazzi und drei Apartmenthäusern in Naturstein.
Dritte Großbaustelle in der City ist der Taunusturm, ein 170 Meter hohes Büro- und ein 63 Meter hohes Wohngebäude in direkter Bankennachbarschaft. Ausgeträumt ist indes der Wohntraum in Citylage für die ehemalige Diamantenbörse an der Stephanstraße. Ursprünglich wollte Eigentümer Ardi Goldman das Hochhaus in ein Wohn- und Geschäftsgebäude umbauen, scheiterte aber an einem Gerichtsurteil – und entwickelt jetzt stattdessen ein Objekt mit kleinen Büros und mehr als 5000 Quadratmetern für Geschäfte.
Lage, Lage, Lage – für den Frankfurter Süden hat das Motto spätestens seit Oktober 2011 eine noch stärkere Bedeutung bekommen. Seitdem ist die neue Landebahn am Rhein-Main-Flughafen offen und wird – zwar längst noch nicht mit der kompletten Auslastung, aber schon häufig – angeflogen. Fast parallel verlaufen nun zwei Anflugrouten über Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad. Bis 2020 wird der Verkehr weiter wachsen und der Fluglärm sich nahezu verdoppeln, prognostiziert die Deutsche Flugsicherung. Vor allem in den höheren Lagen am Lerchesberg und südlich der Mörfelder Landstraße klagen die Bewohner über kurze Nächte, wenn bereits ab 5 Uhr morgens die Langstreckenflieger zur Landung ansetzen. Auch tagsüber ist der Geräuschpegel so, dass Gärten und Balkone kaum noch zu genießen sind. Entsprechend sinken Wohnqualität – und Immobilienpreise.
Stadtteil-Vergleich: Die besten Wohnlagen
| Kaufpreise: | Einfamilienhaus Altbau | Einfamilienhaus Neubau | ETW Altbau (pro qm) | ETW Neubau (pro qm) | ||||
| Westend | 1.000.000 - 2.000.000 | ![]() | k.A.* | 3800 - 6000 | ![]() | 5800 - 7000 | ![]() | |
| Holzhausenviertel | 1.000.000 - 2.500.000 | ![]() | k.A.* | 3600 - 6000 | ![]() | 4500 - 6300 | ![]() | |
| Diplomatenviertel/Bockenheim | 800.000 - 2.500.000 | ![]() | k.A.* | 3300 - 6000 | ![]() | 5400 - 7000 | ![]() | |
| Westhafen/Gutleutviertel | k.A.* | k.A.* | 2000 - 4700 | ![]() | 4500 - 6000 | ![]() | ||
| Sachsenhausen | 550.000 - 2.000.000 | ![]() | 700.000 - 1.700.000 | ![]() | 2300 - 5500 | ![]() | 3000 - 5600 | ![]() |
| Nordend | 650.000 - 1.100.000 | ![]() | k.A.* | 2900 - 3800 | ![]() | 3400 - 4900 | ![]() | |
| Dornbusch | 600.000 - 1.100.000 | ![]() | k.A.* | 2600 - 4000 | ![]() | 3000 - 4800 | ![]() | |
| Lerchesberg | 550.000 - 800.000 | ![]() | 600.000 - 1.000.000 | ![]() | 2500 - 3800 | ![]() | 3500 - 5000 | ![]() |
| Europaviertel | k.A.* | k.A.* | k.A.* | 3200 - 4300 | ![]() | |||
| Bornheim | 380.000 - 580.000 | ![]() | 450.000 - 700.000 | ![]() | 2000 - 2500 | ![]() | 2800 - 3700 | ![]() |
| Riedberg | 340.000 - 500.000 | ![]() | 370.000 - 700.000 | ![]() | 2100 - 2900 | ![]() | 2800 - 3700 | ![]() |
| Ostend | k.A.* | k.A.* | 2100 - 2700 | ![]() | 3200 - 3800 | ![]() | ||
| Rebstock | k.A.* | k.A.* | 2400 - 2800 | ![]() | 2700 - 3500 | ![]() | ||
| Mietpreise: | Haus oder Wohnung Altbau (pro qm) | Haus oder Wohnung Neubau (pro qm) | Capital-Urteil** | |||
| Westend | 13,50 - 18,00 | ![]() | 16,00 - 19,00 | ![]() | ![]() | |
| Holzhausenviertel | 13,00 - 16,50 | ![]() | 15,00 - 18,00 | ![]() | ![]() | |
| Diplomatenviertel/Bockenheim | 12,00 - 14,50 | ![]() | 13,50 - 16,50 | ![]() | ![]() | |
| Westhafen/Gutleutviertel | 11,00 - 15,50 | ![]() | 13,00 - 18,00 | ![]() | ![]() | |
| Sachsenhausen | 8,50 - 14,00 | ![]() | 13,00 - 15,50 | ![]() | ![]() | |
| Nordend | 10,50 - 14,50 | ![]() | 14,00 - 17,00 | ![]() | ![]() | |
| Dornbusch | 9,50 - 12,00 | ![]() | 11,00 - 15,00 | ![]() | ![]() | |
| Lerchesberg | 9,50 - 12,00 | ![]() | 12,50 - 14,00 | ![]() | ![]() | |
| Europaviertel | k.A.* | 10,50 - 14,00 | ![]() | ![]() | ||
| Bornheim | 9,00 - 10,50 | ![]() | 10,00 - 12,50 | ![]() | ![]() | |
| Riedberg | 9,00 - 11,00 | ![]() | 11,00 - 13,00 | ![]() | ![]() | |
| Ostend | 9,00 - 11,00 | ![]() | 10,00 - 13,00 | ![]() | ![]() | |
| Rebstock | 9,00 - 11,00 | ![]() | 11,00 - 13,00 | ![]() | ![]() | |
Preisprognose für 12 Monate:
= mehr als +5%,
= +2 bis +5%,
= +2 bis -2%,
= -2 bis -5%,
= mehr als -5%.
(*kein ausreichendes Angebot; **Capital-Urteil: Ein Haus steht für "Finger weg",fünf Häuser stehen für ein "sehr attraktives Investment")

| Capital-Urteil** |



