Die besten Wohnlagen in Hamburg - Wilhelmsburg

Jahrzehntelang endete der Hamburger Immobilienmarkt an der Süderelbe. Was auf der „falschen“ Elbseite lag, wurde von großen Maklerunternehmen kaum beachtet. Das hat sich geändert. Jetzt bekommen die Stadtteile im Süden so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor. Beispiel Wilhelmsburg: Seit zwei Jahren sind die Wilhelmsburger Teil eines großen Plans – den sie selbst wenig beeinflussen können. Zahlreiche Projekte der Internationalen Bauausstellung ...

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Die besten Wohnlagen in Hamburg - Wilhelmsburg

Jahrzehntelang endete der Hamburger Immobilienmarkt an der Süderelbe. Was auf der „falschen“ Elbseite lag, wurde von großen Maklerunternehmen kaum beachtet. Das hat sich geändert. Jetzt bekommen die Stadtteile im Süden so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor. Beispiel Wilhelmsburg: Seit zwei Jahren sind die Wilhelmsburger Teil eines großen Plans – den sie selbst wenig beeinflussen können. Zahlreiche Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) sollen das Image des bislang wenig beachteten Stadtteils aufwerten. Bis 2013 muss das Problem- und Sorgenkind in einen Musterschüler verwandelt sein – inklusive experimenteller Bebauung: Häuser, die multifunktional, erweiterbar oder teilbar sind, nachhaltig in Konstruktion und Material. Ein Modellversuch für flexibles, städtisches Wohnen der Zukunft. Bislang gibt es hier wenig Spektakuläres. Dafür aber viele Migranten, viele Arbeitslose, viele Probleme – aber auch viel Wasser und Platz. Die Elbinsel ist der größte Stadtteil Hamburgs.

Die ersten „Waterhouses“ sind schon verkauft. 34 Objekte, auf vier Gebäude verteilt, mitten im Wasser, gegenüber dem Bürgerhaus gelegen. Thomas Klinke hat die Häuser vermarktet. Innerhalb von drei Monaten waren alle weg – mehr als zwei Jahre vor Baubeginn. Er selbst hat auch zugeschlagen. Jetzt gehört ein Penthouse ihm, für 3400 Euro den Quadratmeter. „In Eppendorf hätte ich 5500 Euro gezahlt“, sagt der Süderelbe-Pionier, der bald über die Elbe blicken kann und in acht Minuten mit der S-Bahn am Hauptbahnhof ist. Klinke sieht in Wilhelmsburg ein „Riesenpotenzial“.

Von der IBA-Stimmung profitiert der gesamte Stadtteil. Hier gibt es Bausubstanz, die gerade erst entdeckt wird: alte Gründerzeithäuser, etwa in der Georg-Wilhelm-Straße, unsaniert und Favorit der Studenten. Billiges Wohnen, wenn auch auf der anderen Elbseite. Ziehen sie aus, freuen sich die Vermieter. „Sie renovieren und vermieten dann mit Preisaufschlag neu“, sagt Thorsten Schleyer von Grossmann & Berger. „So kommt man auch hier inzwischen auf Quadratmeterpreise von zehn Euro.“ Das wird sonst nur in Alt-Kirchdorf gezahlt – für dörfliche Struktur, Fachwerkidylle und Ruhe.

Östlich der S-Bahn-Station Wilhelmsburg erlebt die alte Hafenarbeitersiedlung zurzeit eine Renaissance. Die Doppelhaushälften aus den 1930er-Jahren gibt es unsaniert für 130.000 Euro, modernisiert für bis zu 250.000 Euro. Der Clou: Es darf nachgebaut und die 1000 Quadratmeter großen Grundstücke dürfen teilweise geteilt werden.

Immobilienpreise in Wilhelmsburg

Einfamilienhaus Kaufpreis Altbau:130.000 - 280.000
Einfamilienhaus Kaufpreis Neubau:250.000 - 350.000
Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm Altbau:800 - 1900
Eigentumswohnung Kaufpreis pro qm Neubau:2200 - 3000
Haus oder Wohnung Miete pro qm Altbau:6,00 - 12,00
Haus oder Wohnung Miete pro qm Neubau:7,00 - 14,00
Capital-Urteil**: 
Durchschnittspreise in Euro für typische Objekte; Quelle: Maklerumfrage, Erhebungszeitraum 2010-2011;
*kein ausreichendes Angebot; **Capital-Urteil: Ein Haus steht für "Finger weg",fünf Häuser stehen für ein "sehr attraktives Investment";
capital.de, 19.05.2011

 
 

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