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Neubau? Nein danke! - Die besten Wohnlagen in Lübeck
Die Stadt hat alles – Buddenbrook-Charme in der Altstadt, begehrte Wohnlagen am Wasser, Gründerzeitvillen – aber von allem zu wenig. Entspannung ist nicht in Sicht, neu gebaut wird selten. Ärgerlich: Die Generation der 30- bis 45-Jährigen wandert ins Umland ab Entnervt geben am Ende viele auf und ziehen aufs Land: Laut einer aktuellen Studie verlassen etliche Lübecker zwischen 30 und 45 die Stadt und gehen ins Umland. Denn dort finden sie, was im Lübecker...
Die Stadt hat alles – Buddenbrook-Charme in der Altstadt, begehrte Wohnlagen am Wasser, Gründerzeitvillen – aber von allem zu wenig. Entspannung ist nicht in Sicht, neu gebaut wird selten. Ärgerlich: Die Generation der 30- bis 45-Jährigen wandert ins Umland ab
Entnervt geben am Ende viele auf und ziehen aufs Land: Laut einer aktuellen Studie verlassen etliche Lübecker zwischen 30 und 45 die Stadt und gehen ins Umland. Denn dort finden sie, was im Lübecker Stadtgebiet Mangelware ist: ein Haus, bezahlbar und dann auch noch mit Garten.
Die Lage auf dem Immobilienmarkt bleibt trotzdem angespannt. Es wird zwar neu gebaut, aber viel zu wenig. Kommt einmal etwas auf den Markt, ist es schnell weg, oft unter der Hand. Alle Häuser des gerade fertiggestellten Neubaugebiets Bornkamp südlich der Altstadt etwa haben längst Eigentümer gefunden.
Ähnlich schnell verkauften sich die zwölf Stadthäuser mit Wohnflächen zwischen 190 und 280 Quadratmetern im Neuen Charlottenviertel in Sankt Jürgen. Zwischen 380.000 und 550.000 Euro legten die Käufer dafür auf den Tisch. Und auch die Neubauwohnungen und Häuser des Projekts „Wohnen am Stadtpark“ waren innerhalb kürzester Zeit vergeben.
An gerade mal vier Standorten soll in nächster Zeit gebaut werden. In der Moislinger Allee am Bahnhof will eine Hamburger Investorengemeinschaft auf dem 28?000-Quadratmeter-Areal der Stadtwerke ein Nobelquartier mit 80 Wohnungen errichten. Preis: zwischen 3000 und 3200 Euro pro Quadratmeter. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen.
Nächstes Projekt: Im Vorzeigeviertel Sankt Jürgen, auf einem Grundstück am Wakenitz-Ufer in der Straße Bei der Wasserkunst. Derzeit läuft ein Architektenwettbewerb, der über die Gestaltung des neuen Quartiers entscheiden soll. Baubeginn ist für 2013 geplant. Auf der nördlichen Wallhalbinsel bei den Media Docks sollen auf 85?000 Quadratmetern neue Wohnungen entstehen – bis 2020.
Sehr viel konkreter sind die Pläne für die Altstadt-Höfe. Auf dem Grundstück Fischergrube/Beckergrube/Ellerbrook baut Big-Gewerbebau 71 Eigentumswohnungen, von denen 36 barrierefrei gestaltet werden. Das Angebot richtet sich unter anderem an Rentner, die zentrumsnahe Wohnlagen suchen. Aber auch junge Kapitalanleger zeigen Interesse. Sie können mit Mieteinnahmen von 11 Euro pro Quadratmeter rechnen und erwerben gleichzeitig ihren Alterssitz. „In 20 Jahren ist jeder Vierte in Lübeck über 60 Jahre alt, viele sorgen schon vor“, sagt Udo Schwarzburg von Big-Gewerbebau.
Doch nicht nur das Angebot an Neubauten ist knapp. Auch Altbauten sind schwer zu kriegen, vor allem in den Top-lagen. Wer zum Beispiel eine der schmucken Kaufmannsvillen in Sankt Gertrud oder Sankt Jürgen kaufen möchte, braucht die richtigen Kontakte oder viel Glück. „Diese Häuser kommen nur selten auf den Markt. Sie gehen meist schon unter der Hand weg“, sagt Annegret Möllerherm von der gleichnamigen Immobilienfirma. Bis zu 1,2 Mio. Euro werden für solche Topimmobilien aufgerufen.
Auch in den einfachen und mittleren Lagen sind die guten Objekte schnell verkauft. Gepflegte Doppelhaushälften, Reihen- und Einfamilienhäuser zwischen 150.000 und 190.000 Euro sind besonders begehrt. Mario Drews von Otto Stöben Immobilien verkauft solche Objekte innerhalb von vier bis sechs Wochen. Etwas länger dauern sanierungsbedürftige Häuser. Der Aufwand schreckt viele ab.
Ähnlich die Lage bei Zinshäusern, die seit der Finanzkrise verstärkt als Anlageobjekte nachgefragt werden. Auch in diesem Segment ist das Angebot äußerst knapp. Die Investoren stellen daher mittlerweile keine großen Erwartungen mehr an die Rendite. „Sie geben sich inzwischen mit sechs Prozent zufrieden“, sagt Maklerin Möllerherm.

| Capital-Urteil** |
