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Klotzen, nicht kleckern - Die besten Wohnlagen in Mainz
In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wird das Wohnen immer teurer. Die Politik möchte diesen Trend stoppen. Sie weist regelmäßig neues Bauland an den Stadtgrenzen aus – doch Wohnraum bleibt Mangelware. Noch sind die Mainzer nicht überzeugt. Ihre Innenstadt wird ein neues Einkaufszentrum bekommen. Für den Komplex mit rund 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll das gesamte Areal zwischen Gutenbergplatz und Weißliliengasse ...
In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wird das Wohnen immer teurer. Die Politik möchte diesen Trend stoppen. Sie weist regelmäßig neues Bauland an den Stadtgrenzen aus – doch Wohnraum bleibt Mangelware.
Noch sind die Mainzer nicht überzeugt. Ihre Innenstadt wird ein neues Einkaufszentrum bekommen. Für den Komplex mit rund 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll das gesamte Areal zwischen Gutenbergplatz und Weißliliengasse für 250 Mio. Euro umgestaltet werden.
Viele Bürger befürchten, dass demnächst ein massiver Betonklotz ihre Altstadt verschandeln wird. Die jüngsten Entwürfe des Hamburger Projektentwicklers ECE konnten zwar die schlimmsten Befürchtungen ein wenig entkräften – allein die Skepsis bleibt. Denn eine überdimensionierte Shopping-Mall gilt den meisten Bürgern ohnehin als völlig „unmainzerisch“.
Da ist es durchaus hilfreich, dass der frischgebackene Bürgermeister den Einwohnern an die Seite springt. „Ein Einkaufszentrum darf kein Fremdkörper in unserer Stadt sein, sondern muss zu Mainz und dem Mainzer Einzelhandel passen“, sagt Michael Ebling. „Für mich haben die Mainzerinnen und Mainzer am Ende des Planungsprozesses das letzte Wort.“
Nun können die Kritiker nur hoffen, dass das nicht nur wahltaktisches Geplänkel war. Ebenso wie andere Versprechungen. Denn viel hat er sich vorgenommen, der SPD-Mann mit dem jung-dynamischen Image. Sozial und gerecht soll es zugehen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, die Wirtschaft dennoch nicht zu kurz kommen. Immerhin kann die 200.000 Einwohner zählende Bischofsstadt mit positiven sozioökonomischen Fakten glänzen: niedrige Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent, hohes Bildungsniveau, überdurchschnittliche Kaufkraft. Das soll so bleiben – und vielleicht sogar noch besser werden.
Dafür will Ebling sich einsetzen. Außerdem „zukunftssichere Arbeits- und Ausbildungsplätze“ schaffen, den maroden Haushalt konsolidieren und für bezahlbaren Wohnraum sorgen.
„Für die junge Erzieherin, die in Mainz händeringend gesucht wird, ist ebenso wie für den jungen Polizisten eine Dreizimmerwohnung kaum noch erschwinglich. Wir brauchen ein größeres Angebot an bezahlbarem Wohnraum“, forderte er schon als Kandidat für das höchste Amt seiner Heimatstadt.
Seit Jahren wird das Wohnen in der Stadt am Rhein immer teurer. Allein 2011 stiegen die Mieten um durchschnittlich vier Prozent. Bestandseigentumswohnungen in gefragten Lagen erzielten nach Angaben des IVD-West Rheinland-Pfalz beim Verkauf durchschnittlich sieben Prozent mehr. „Besonders Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser im Stadtgebiet sind sehr begehrt“, sagt Immobilienmakler Christian Stark.
Doch die meisten großen Konversionsflächen sind bereits in Wohnflächen umgewandelt – wie etwa die Gonsbachterrassen oder die Luxuswohnungen auf dem ehemaligen Kasernengelände Pont du Clair.
Daher wurden nun neue Bebauungsflächen am Mainzer Stadtrand ausgewiesen: etwa in Finthen, westlich der Ludwig-Schwamb-Straße, wo 80 Einfamilienhäuser geplant sind. Am Martin-Luther-King-Park im Hartenberg sollen 350 Neubauwohnungen entstehen, davon viele seniorengerecht. Auch in Laubenheim, auf dem Lerchenberg und in Hechtsheim werden Wohnungen, Reihen- und Doppelhäuser gebaut.
Im Vorzeige-Neubauprojekt in der Altstadt, dem Winterhafen, ragen nach langem Stillstand mittlerweile die ersten Rohbauten in die Höhe. Flussnah entstehen in mehreren Bauabschnitten insgesamt 380 Eigentums- und Mietwohnungen sowie neun kleine Einfamilienhäuser. Direkt am Wasser, zugleich zentral gelegen, mit Aufzug und hochwertiger Ausstattung – Neubauten dieser Art sind in der Bischofsstadt bisher rar. Für eines der wenigen Penthouses in vorderster Wasserlage mit 220 Quadratmetern Wohnfläche blätterte ein Käufer knapp 5000 Euro pro Quadratmeter hin, die durchschnittlichen Quadratmeterpreise starten bei 3500 Euro.
Währenddessen hängt das Neubauprojekt am ehemaligen Zollhafen in der Warteschleife. Hier sollen in den kommenden zehn Jahren rund 1400 Wohnungen und angrenzend ein Gewerbe- und Kulturgebiet entstehen – ungeklärte baurechtliche Fragen verzögern jedoch die Umsetzung.
Mieter und Käufer müssen mit dem vorliebnehmen, was der Immobilienmarkt hergibt. Gefragt waren 2011 vor allem Wohnungen zwischen 60 und 80 Quadratmetern bis 200.000 Euro. Kapitalanleger fragen gezielt nach Neubauwohnungen und Objekten in Zentrumsnähe. Ob sie vermietet sind oder nicht, spielt im Moment keine Rolle mehr. Vor wenigen Jahren war das noch unvorstellbar. „Bislang wollten sich die Eigentümer die Mieter selbst aussuchen“, sagt Katja Simontowski, Büroleiterin bei Engel & Völkers. Im letzten Jahr hatten die Käufer keine Wahl. Es gab genügend Interessenten, für die existierende Mieter kein Hinderungsgrund waren, eine Immobilie zu erwerben. „Etwa die Hälfte der Eigentumswohnungen, die wir vergangenes Jahr verkauft haben, war vermietet“, so Simontowski.
Stadtteil-Vergleich: Die besten Wohnlagen
| Kaufpreise: | Einfamilienhaus Altbau | Einfamilienhaus Neubau | ETW Altbau (pro qm) | ETW Neubau (pro qm) | ||||
| Altstadt | 410.000 - 1.500.000 | ![]() | k.A.* | 2000 - 4200 | ![]() | 2600 - 4400 | ![]() | |
| Rosengarten | 500.000 - 1.500.000 | ![]() | k.A.* | 2300 - 3800 | ![]() | 2800 - 4100 | ![]() | |
| Gonsenheim | 320.000 - 1.400.000 | ![]() | 350.000 - 1.000.000 | ![]() | 2000 - 3100 | ![]() | 2500 - 3700 | ![]() |
| Volkspark | 400.000 - 850.000 | ![]() | 500.000 - 820.000 | ![]() | 2000 - 2900 | ![]() | 3000 - 3500 | ![]() |
| Zahlbach | 350.000 - 750.000 | ![]() | 400.000 - 700.000 | ![]() | 1900 - 2700 | ![]() | 2400 - 3100 | ![]() |
| Drais | 250.000 - 750.000 | ![]() | 300.000 - 520.000 | ![]() | 1700 - 2500 | ![]() | 2400 - 2700 | ![]() |
| Bretzenheim | 220.000 - 600.000 | ![]() | 280.000 - 480.000 | ![]() | 1600 - 2500 | ![]() | 2300 - 2800 | ![]() |
| Hartenberg | 250.000 - 600.000 | ![]() | 350.000 - 450.000 | ![]() | 1500 - 2200 | ![]() | 2400 - 2700 | ![]() |
| Laubenheim | 200.000 - 600.000 | ![]() | 250.000 - 350.000 | ![]() | 1600 - 2200 | ![]() | 2200 - 2600 | ![]() |
| Mietpreise: | Haus oder Wohnung Altbau (pro qm) | Haus oder Wohnung Neubau (pro qm) | Capital-Urteil** | |||
| Altstadt | 7,00 - 14,00 | ![]() | 10,50 - 15,00 | ![]() | ![]() | |
| Rosengarten | 7,00 - 12,00 | ![]() | 10,00 - 13,00 | ![]() | ![]() | |
| Gonsenheim | 7,00 - 11,00 | ![]() | 10,00 - 12,00 | ![]() | ![]() | |
| Volkspark | 7,00 - 12,00 | ![]() | 10,00 - 12,00 | ![]() | ![]() | |
| Zahlbach | 7,00 - 10,00 | ![]() | 10,00 - 12,00 | ![]() | ![]() | |
| Drais | 7,00 - 10,00 | ![]() | 10,00 - 11,50 | ![]() | ![]() | |
| Bretzenheim | 7,00 - 10,00 | ![]() | 9,00 - 11,50 | ![]() | ![]() | |
| Hartenberg | 7,00 - 9,50 | ![]() | 8,00 - 11,00 | ![]() | ![]() | |
| Laubenheim | 7,00 - 9,50 | ![]() | 8,00 - 10,50 | ![]() | ![]() | |
Preisprognose für 12 Monate:
= mehr als +5%,
= +2 bis +5%,
= +2 bis -2%,
= -2 bis -5%,
= mehr als -5%.
(*kein ausreichendes Angebot; **Capital-Urteil: Ein Haus steht für "Finger weg",fünf Häuser stehen für ein "sehr attraktives Investment")

| Capital-Urteil** |



