Idyll mit Wirtschaftskraft - Die besten Wohnlagen in Rosenheim

Auch wer auf Platz zwei landet, kann sich als Sieger fühlen – wenn der erste Rang von München belegt ist. Das gilt nicht nur beim Fußball, sondern auch bei Ranglisten von Städten. Rosenheim nun hat diesen Coup gelandet: Im deutschlandweiten Ranking von Aberdeen Research bekam es die Silbermedaille. Beurteilt wurden dabei Demografie, Einkommens- und Haushaltsentwicklung, Wohnungsausgaben, Infrastruktur sowie die erwartete wirtschaftliche Entwicklung bis ...

Beitrag erstellen
Quellcode für Karte
Durchschnittspreise Top Wohnlage Gute Wohnlage Mittlere Wohnlage Einfache Wohnlage
Einfamilienhäuser (€) Altbau
500.000 - 1.500.000
420.000 - 600.000
330.000 - 450.000
250.000 - 350.000
Neubau
k.A.*
450.000 - 800.000
380.000 - 500.000
350.000 - 400.000
Eigentumswohnungen
pro qm (€)
Altbau
2300 - 3000
1800 - 2500
1400 - 1900
1000 - 1500
Neubau
2800 - 3500
2700 - 3000
2500 - 2800
2300 - 2500
Miete pro qm (€) Altbau
8,00 - 9,00
7,50 - 8,50
6,50 - 8,00
6,00 - 6,50
Neubau
8,50 - 10,00
8,00 - 9,50
7,00 - 8,50
6,00 - 7,00
Durchschnittliche Preis- und Mietspannen in Euro für Eigenheime sowie Wohnungen, die bei Wohnfläche, Ausstattung oder Grundstücksgröße typisch für die jeweilige Lagekategorie sind. Als Neubau gelten Objekte, die nicht älter als fünf Jahre sind oder die gerade errichtet werden. Bei Immobilien, die dem Standard nicht entsprechen, können Preise und Mieten von den genannten Werten abweichen. Quelle: Maklerumfrage, Erhebungszeitraum 2011 (*k.A: kein ausreichendes Angebot)
Idyll mit Wirtschaftskraft - Die besten Wohnlagen in Rosenheim

Auch wer auf Platz zwei landet, kann sich als Sieger fühlen – wenn der erste Rang von München belegt ist. Das gilt nicht nur beim Fußball, sondern auch bei Ranglisten von Städten. Rosenheim nun hat diesen Coup gelandet: Im deutschlandweiten Ranking von Aberdeen Research bekam es die Silbermedaille. Beurteilt wurden dabei Demografie, Einkommens- und Haushaltsentwicklung, Wohnungsausgaben, Infrastruktur sowie die erwartete wirtschaftliche Entwicklung bis 2020.

Gründe für die wirtschaftliche Solidität sind der gewachsene Mittelstand und der gesunde Branchenmix mit Weltmarktführern wie Hoffmann Propeller, Kathrein Antennen oder Krones (Abfüll- und Verpackungstechnik). Unter anderem ihnen ist eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von nur 3,4 Prozent zu verdanken. Aber auch als Hochschulstandort kann Rosenheim sich sehen lassen. Die Hochschule ist zwar mit 4500 Studenten klein, aber mit dem Fachbereich Holzwirtschaft weltweit anerkannt.

Auch mit hohem Freizeitwert und malerischer Lage kann Rosenheim punkten. Die Berge bieten Ski- und Wandergebiete sowie bayrisches Postkartenidyll, rund 300 Seen liegen in der Nähe genauso wie Innsbruck und Salzburg. Und durch die Landesgartenschau 2010 ist noch einiges an Freizeitmöglichkeiten dazugekommen: Auf dem Gelände wurden Landschaftsparks gestaltet und an der Mangfall entstanden eine Kajakstrecke sowie ein Treibholzgarten – alles mitten in der Innenstadt.

Alles in allem kein Wunder also, dass Rosenheim als Wohn- und Investitionsort beliebt ist. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien stieg in den letzten Jahren deutlich an, die Preise folgten. „Zwar haben sich die Kaufpreise seit Mitte der 90er-Jahre zunächst relativ konstant gehalten“, so Johann Hainz, Diplom-Sachverständiger (DIA) und Sprecher des Immobilienverbunds Rosenheim, „doch seit der Finanzkrise haben wir auch in Rosenheim immer mehr Kapitalanleger, die ihr Geld lieber in Betongeld anlegen wollen als in Aktien.“ Hauspreise reichen inzwischen von 250.000 bis 1,5 Millionen Euro. Wohnungen kosten zwischen 1000 und 3500 Euro, die Mieten reichen von 6 bis 10 Euro pro Quadratmeter.

Die relativ hohen Preise sind auch eine Folge der geringen Bautätigkeiten in der Stadt. Vor allem neue Mehrfamilienhäuser entstanden kaum. Das zeigt nun seine Wirkung. „Wir sehen inzwischen eine deutliche Angebotsverknappung“, erläutert Hainz die Entwicklung, „außerdem wandelt sich die Käufer- und Mieterstruktur. Inzwischen ziehen immer mehr Menschen der Generation 50+ zurück in die Stadt.“ Gesucht würden daher vor allem hochwertige Häuser und Wohnungen mit Aufzug.

Entstehen solche Wohnungen, sind sie sofort verkauft oder vermietet. Als Beispiel können die knapp 180 Wohnungen rund um Innstraße/Sonnenstraße im Zentrum dienen, die im Rahmen der Landesgartenschau gebaut wurden und weggingen wie warme Semmeln. Größere Neubauvorhaben bei Wohnimmobilien gibt es aber derzeit nicht mehr.

Dafür soll an anderer, ebenfalls wichtiger Stelle gebaut werden. Nach der Modernisierung des Bahnhofs sind nun die Flächen dran, die dabei frei wurden. Auf dem fast 20 Hektar großen, letzten innenstadtnahen Großgelände plant die Stadtverwaltung ein Hotel – hier hat Rosenheim deutlichen Nachholbedarf –, medizinische Versorgungseinrichtungen, Fachmärkte und Nahversorger. Aber auch ein Technologiecampus und Bildungseinrichtungen sollen folgen. Das ist ein richtiger Schritt für die Zukunft, denn Rosenheim kann mit Bevölkerungswachstum rechnen. Das statistische Landesamt geht in seiner jüngsten Prognose von drei Prozent in den nächsten zwei Jahrzehnten aus; die Stadt hält diese Rechnung für zu konservativ.

Für ein anderes, lange geplantes Projekt hat die Stadt endlich Rechtssicherheit: Der Bau der B15 Westtangente soll vor allem den Ortsteil Westerndorf St. Peter entlasten. Derzeit donnern auf der B15 zahlreiche LKW aus den Nachbarländern mitten durch den Ort – die Westtangente würde den Stadtteil umgehen. Um jedoch in absehbarer Zeit wenigstens den Spatenstich für den ersten Bauabschnitt im Süden realisieren zu können, muss nun die Finanzierung gesichert werden.

capital.de, 29.06.2011
4
Capital-Urteil**
Rosenheim bleibt ein attraktiver Wohn- und Investmentfokus. Auch wenn die hohe Nachfrage und die Kaufkraft der Eigennutzer und Kapitalanleger die Preise nach oben getrieben haben und die Wohnungen und Häuser inzwischen relativ teuer sind, lohnt sich ein Investment. Der Markt ist stabil und bietet auch für die Zukunft gute Aussichten.