Begehrtes Kulturidyll - Die besten Wohnlagen in Weimar

An der Weimarer Eduard-Rosenthal-Straße liegt eine große Brachfläche: der Schlachthof. Tiere werden hier schon seit Jahren nicht mehr geschlachtet, auf dem Gelände stehen einige halbverfallene Gebäude, Bäume und Unkraut wuchern. Nebenan residiert das Arbeitsamt, an der Südseite, auf der anderen Seite der Straße, stehen einige Einfamilienhäuser verschiedener Baustile, dahinter fällt der Hang sanft in ein baumbestandenes Tal hinab. Noch ist es ...
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Durchschnittspreise Top Wohnlage Gute Wohnlage Mittlere Wohnlage Einfache Wohnlage
Einfamilienhäuser (€) Altbau
250.000 - 800.000
200.000 - 500.000
120.000 - 400.000
90.000 - 120.000
Neubau
250.000 - 700.000
200.000 - 500.000
120.000 - 400.000
90.000 - 120.000
Eigentumswohnungen
pro qm (€)
Altbau
1400 - 2400
1200 - 2000
1100 - 1500
800 - 1100
Neubau
1400 - 2500
1200 - 2200
1100 - 1500
800 - 1100
Miete pro qm (€) Altbau
7,00 - 10,00
6,00 - 8,00
5,00 - 6,50
4,00 - 5,00
Neubau
8,00 - 10,00
6,00 - 8,00
5,00 - 6,00
4,00 - 5,00
Durchschnittliche Preis- und Mietspannen in Euro für Eigenheime sowie Wohnungen, die bei Wohnfläche, Ausstattung oder Grundstücksgröße typisch für die jeweilige Lagekategorie sind. Als Neubau gelten Objekte, die nicht älter als fünf Jahre sind oder die gerade errichtet werden. Bei Immobilien, die dem Standard nicht entsprechen, können Preise und Mieten von den genannten Werten abweichen. Quelle: Maklerumfrage, Erhebungszeitraum 2012 (*k.A: kein ausreichendes Angebot)
Begehrtes Kulturidyll - Die besten Wohnlagen in Weimar

An der Weimarer Eduard-Rosenthal-Straße liegt eine große Brachfläche: der Schlachthof. Tiere werden hier schon seit Jahren nicht mehr geschlachtet, auf dem Gelände stehen einige halbverfallene Gebäude, Bäume und Unkraut wuchern. Nebenan residiert das Arbeitsamt, an der Südseite, auf der anderen Seite der Straße, stehen einige Einfamilienhäuser verschiedener Baustile, dahinter fällt der Hang sanft in ein baumbestandenes Tal hinab. Noch ist es idyllisch. Bald aber, geht es nach den Vorstellungen eines Investors, wird sich rege Bautätigkeit entfalten. An den Plänen für eine Wohnanlage wird gearbeitet. Die Stadtverwaltung, sagt Ursel Griegutsch vom Stadtentwicklungsamt, begleitet das Projekt „positiv.“ Denn es würde die Nordvorstadt bereichern und einen der letzten „grauen“ Flecke von Weimar beseitigen.

Auf der anderen Seite des Tals südlich vom Schlachthof steht in einem kleinen Waldgebiet das Schießhaus, ein beliebtes Naherholungsgebiet Weimars. Hier ist ein Baugebiet für exklusive Einfamilienhäuser geplant. Doch das Projekt kommt nicht recht voran – wegen des Widerstands von Bürgerinitiativen, die eine Verschandelung der schönen Landschaft befürchten. In den Streit hat sich auch das Thüringer Kultusministerium eingeschaltet und Gutachten in Auftrag gegeben. Die sollen klären, ob das Areal am Schießhaus zum schützenswerten Unesco-Weltkulturerbe Weimars gehört. Sollte sich das bestätigen, dürfte es um das Wohnbauprojekt schlecht stehen.

Überhaupt regen sich in Weimar viele Begehrlichkeiten. Da sind Geschäftsleute und Professoren aus dem benachbarten Jena, die ob des Flairs, der Kultur und der Beschaulichkeit hier wohnen wollen – wobei es durchaus exquisit sein darf. Da sind die Studenten der Bauhaus-Universität, die möglichst preiswert wohnen wollen, sich aber oft die sanierten Wohnungen in der Altstadt nicht leisten können und sich allmählich von dort verdrängt fühlen. Da sind die Kommilitonen aus Jena, die dort erfolglos auf der Suche nach freiem Wohnraum sind und ihr Glück nun in Weimar versuchen. Da sind begüterte Senioren aus Westdeutschland, die in der einstigen Residenzstadt den Lebensabend verbringen möchten ...
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capital.de, 10.05.2012
5
Capital-Urteil**
Die seit Jahren anhaltende Nachfrage nach Wohnraum kann vom Markt kaum befriedigt werden. Sie wirkt sich erwartungsgemäß auf Mieten und Kaufpreise aus, die zwar langsam, aber stetig steigen. Und sie zieht Investoren an, die ein gutes Geschäft wittern. Doch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen wird hauptsächlich von Eigennutzern bestimmt. Denn: Beim Investment gilt es abzuwägen, ob ob die Einnahmen aus Mieten die Refinanzierung des Investments und eine auskömmliche Rendite ermöglichen. Da die Mieten in den vergangenen Jahren gestiegen sind, dürfte vorerst nicht mehr allzu viel Spielraum nach oben bleiben.
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